Multiple Sklerose – Unterstützung für Betroffene

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-fortschreitende Entzündung im zentralen Nervensystem. Sie ist neben der Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen. Bei MS werden fälschlicherweise körpereigene Strukturen des zentralen Nervensystems durch Entzündungs- und Abwehrzellen des Körpers angegriffen. Da die medikamentöse Behandlung von MS zahlreiche negative Nebenwirkungen zur Folge hat, suchen immer mehr Patienten nach natürlichen Heilungsverfahren. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel erläutert Ihnen alternative Konzepte und geht explizit auf die Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie ein.

120.000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose!

Die meisten Menschen (Frauen doppelt so häufig wie Männer) erkranken im Erwachsenenalter zwischen 20 und 40 Jahren (Gipfel mit 30 Jahren) an einer Multiplen Sklerose. In Deutschland leiden nach Schätzungen etwa 120.000 Menschen an einer Multiplen Sklerose. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Störung keine einzelne Ursache hat, sondern dass mehrere Auslöser zusammenkommen. Als mögliche Auslöser vermutet man neben den Erbanlagen, Infektionen, übertriebene Hygiene in der Kindheit, Vitamin-D-Mangel, Umweltgifte und Rauchen.

Die auftretenden Schäden können überall in Gehirn und Rückenmark verstreut (multipel) auftreten. Somit kann MS die unterschiedlichsten neurologischen Symptome hervorrufen. Sie gilt als Chamäleon unter den Krankheiten, so dass die Krankheitsgeschichte individuell sehr unterschiedlich ist. Das gilt sowohl für den zeitlichen Verlauf, als auch für die Schwere und Ausprägung der Beschwerden.

Mikronährstofftherapie

Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) besitzen viele Funktionen, die auch im Zusammenhang mit der Behandlung von MS stehen. Sie steuern die Produktion und Ausschüttung der Nerven-Botenstoffe, regeln die Energieproduktion in den Zellen, sind wichtig für das Immunsystem, wirken Entzündungen entgegen, bekämpfen freie Radikale und helfen bei der Entgiftung.

Nach aktuellen Studien wird natürlichen Antioxidantien in Zukunft eine große Rolle in der Therapie bei MS zukommen1. Die Bildung aggressiver Sauerstoffradikale (freie Radikale) scheint eine der wichtigsten Komponenten bei der Entstehung der Entzündung und der Nervenschädigung zu sein2. Ein weiterer, äußerst vielversprechender Mikronährstoff für die Therapie von MS ist Vitamin D. Neben den Einflüssen auf das Immunsystem bei MS3 kann Vitamin D direkt die Gene beeinflussen, die für die Entstehung einer MS von Bedeutung sind4.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute als Basisunterstützung bei Multipler Sklerose eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Die aktuellen, oben erwähnten Studien zeigen, dass vor allem für komplexe Mikronährstoffmischungen ein positiver Effekt bei MS nachgewiesen wurde6. Derartige Breitbandpräparate sollten auch Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, um alle oben genannten Vorteile vereinen zu können.

Veränderungen im Lebensstil

Ganz entscheidend für den Verlauf der Krankheit ist – neben der Ernährung und Mikronährstoffen – die regelmäßige körperliche Bewegung möglichst an der frischen Luft. Körperliche Aktivität ist wichtig, um das Immunsystem zu stabilisieren, das vegetative Nervensystem auszugleichen und den Stoffwechsel zu aktivieren. Regelmäßiges Training baut beispielsweise den Spiegel des Hormones Leptin ab, dem man beim Ausbruch von MS-Schüben wohl eine Rolle zukommt8. Auch Ausdauer-Krafttraining wirkt sich sehr positiv bei MS-Patienten aus, insbesondere auf die Muskelmasse und die Stabilität des Ganges.

Beim Sport sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen. Es werden allgemein drei- bis viermal mal in der Woche ca. 30 Minuten Sport empfohlen9. Dabei gilt es zu beachten, dass die guten Effekte des Sports mit einer natürlichen Mikronährstoffversorgung deutlich zu erhöhen sind, da Mikronährstoffe direkt am Energiestoffwechsel sowie am Muskelaufbau beteiligt sind.

Was Sie selbst tun können – Empfehlungen zusammengefasst

Essen und Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens 2 Liter am Tag sollten es sein. Wasser ist wichtig für die Funktion des Immunsystems und des Stoffwechsels und fördert die Entgiftung.
  • Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, oft Fisch etc.) und abwechslungsreich.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Kohlenhydraten und tierischen Fetten in der täglichen Ernährung.

Mikronährstoffe

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie zu Ihrer Basisversorgung täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10, L-Carnitin und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Tipp: Mikronährstoffpräparate in Saftform kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich: Ausdauersport, Gymnastik usw. Häufigkeit: mindestens 3 x wöchentlich für 30 Minuten. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Erlernen Sie ein altersentsprechendes Entspannungsverfahren und führen Sie es regelmäßig durch.
  • Schlafen Sie genügend, um Erholung und Regeneration zu fördern.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

- Ernährungsrichtlinien bei Multipler Sklerose: Ein Leitfaden - Prof. Olaf Adam, Verlag: DMV-Waldmann (Juli 2007), ISBN-10: 9783936525397

Multiple Sklerose: Antworten auf die häufigsten Fragen - Hilfreiche Erstinformationen für Betroffene, Angehörige und Interessierte Roland Besser, Günter Krämer; Verlag Trias 2006, ISBN-10: 3830433336

Weitere Informationen finden Sie online unter:

- Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)

Quellen anzeigen

1 Gilgun-Sherki Y. et al.: The role of oxidative stress in the pathogenesis of multiple sclerosis: the need for effective antioxidant therapy. Journal of Neurology. 2004(3): S. 261–268
2 Steiner J. et al.: Oxidative stress and therapeutic approaches in HIV dementia. Antioxidants & Redox Signaling. 2006(11-12): S. 2089–2100
3 Smolders J. et al.: Vitamin D as an immune modulator in multiple sclerosis, a review. J Neuroimmunol. 2008(1-2): S. 7-17
4 Orton S. et al.: Evidence for genetic regulation of vitamin D status in twins with multiple sclerosis. Am J Clin Nutr. 2008(2): S. 441–447
5 Liuzzi G.M. et al.: Inhibitory effect of polyunsaturated fatty acids on MMP-9 release from microglial cells—implications for complementary multiple sclerosis treatment. Neurochemical Research. 2007(12): S. 2184–2193
6 Liuzzi G.M. et al.: Structure-dependent inhibition of gelatinases by dietary antioxidants in rat astrocytes and sera of multiple sclerosis patients. Neurochemical Research. 2011(3): S. 518–527
7 Nath N. et al.: Loss of AMPK exacerbates experimental autoimmune encephalomyelitis disease severity. Biochemical and Biophysical Research Communications. 2009(1): S. 16–20
8 Marrie R.A. et al.: High frequency of adverse health behaviors in multiple sclerosis. Multiple Sclerosis. 2009(1): S. 105–113
9 Brown R.F. et al.: Relationship between stress and relapse in multiple sclerosis: Part I. Important features. Mult Scler. 2006(4):453-64