Psoriasis – Was Sie selbst gegen die Schuppenflechte tun können

Psoriasis, oder auch Schuppenflechte, ist eine als Hauterkrankung erscheinende Systemerkrankung. Typisch ist ein Hautbild mit stark schuppenden, punktförmigen bis handtellergroßen entzündeten Hautstellen. Die Schuppenflechte kann Gelenke, Sehnen, Augen und Blutgefäße befallen. Da die Anwendung und Wirkung von Kortisonsalben und anderen Medikamenten sehr umstritten ist, suchen immer mehr Patienten nach natürlichen Heilungsverfahren. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel erläutert alternative Konzepte und geht explizit auf die Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie ein.

Psoriasis eine mehr als ernstzunehmende Erkrankung

Die Ursache für die Entstehung von Psoriasis ist noch unklar. Vererbung und Autoimmunprozesse scheinen eine Rolle zu spielen. In den betroffenen Geweben entsteht ein Milieu, das Entzündungen fördert. Sehr gefürchtet ist die Psoriasis-Arthritis, die schnell zu einer starken Zerstörung von Gelenken führen kann. Die Psoriasis-Erkrankung erhöht auch das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Etwa 2–3 % der Bevölkerung in Mitteleuropa sind von der Krankheit betroffen, während der Anteil in den USA bei ca. 4–5 % liegt. Die Diagnose erfolgt anhand typischer Befunde des Hautbildes. Eine ursächliche Behandlung der Schuppenflechte gibt es nicht. Jedoch gibt es in der naturheilkundlich basierten Erfahrungsmedizin einige interessante und sehr erfolgreiche Therapieansätze. Sensationell daran ist, dass man einerseits die Grunderkrankung positiv beeinflussen kann, sich andererseits auch vor den gefürchteten Psoriasis-Komplikationen schützen kann.

Mikronährstofftherapie

Zusätzliche Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente & sekundäre Pflanzenstoffe) sind fester Bestandteil bei der Behandlung von Psoriasis. So wird Vitamin A schon lange bei der Therapie von Schuppenflechten erfolgreich eingesetzt. Die gleichzeitige Gabe von natürlichen Carotinoiden und Vitamin D verbessert zusätzlich die Wirkung von Vitamin A und senkt die benötige Dosis1. Tatsächlich könnte Vitamin D der Schlüssel bei der Behandlung der Psoriasis sein. Es hat großen Einfluss auf das Immunsystem, kann Autoimmunkrankheiten positiv beeinträchtigen und wirkt entzündungshemmend.

Daneben ergaben Forschungen, dass sehr viele Deutsche zu niedrige Selen-Spiegel aufweisen. Studien zur Psoriasis zeigen: Je niedriger der Selen-Spiegel bei den Patienten ist, desto stärker ist die Ausprägung der Erkrankung2. Das Gleiche konnte auch für Vitamin C nachgewiesen werden3.

Eine hohe Aufnahme von Vitamin C hat einen sehr positiven Effekt auf die Knochenstruktur, Carotinoide (speziell Lutein und Zeaxanthin) verringern das Risiko für Knorpelschäden immerhin um 29 Prozent. Die Mediziner schließen aus diesen Ergebnissen, dass die Einflüsse von Mikronährstoffen auf die Gesundheit von Knochen, Knorpel und das allgemeine Entzündungsgeschehen weitaus komplexer sind, als bisher vermutet4.

Neben den Vitaminen und Spurenelementen spielen auch sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren eine bedeutende Rolle. Omega-3-Fettsäuren konnten in zahlreichen Studien zur Schuppenflechte überzeugen. Sie verbessern den Cholesterinspiegel im Blut und schützen so die gefährdeten Blutgefäße5. Sie wirken entzündungshemmend und beeinflussen auch die gefürchtete Psoriasis-Arthritis positiv6.

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Lycopin (aus Tomaten) und Lutein (aus Karotten) schützen nicht nur die ebenfalls oft mitbetroffenen Augen und Blutgefäße. In einer neuen Studie konnte auch gezeigt werden, dass sie eine wichtige Funktion beim Schutz des Gelenkknorpels einnehmen.

Bei der Behandlung von Psoriasis haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als einzelne und synthetische Mikronährstoffe. So hat eine amerikanische Studie gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den in ihnen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen (bei Psoriasis entstehen diese vermehrt) schützen als einzelne Vitamine7.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basisunterstützung bei Neurodermitis und auch Psoriasis eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung mit Vitaminen, Spurenelementen, pflanzlichen Ölen und sekundären Pflanzenstoffen. Die oben erwähnten Studien zeigen, dass vor allem für natürliche Mikronährstoffmischungen ein positiver Effekt bei der Linderung der Symptome und beim Schutz von Haut, Augen, Gelenke und Blutgefäße zu erwarten ist.

Veränderungen im Lebensstil

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine Bedeutung im Kampf gegen die Schuppenflechte zu. Regelmäßiger Sport ist eine Wohltat für Körper und Seele – das gilt auch für Patienten mit Psoriasis! Sport kann zum Stressabbau beitragen und stärkt so auch im Umgang mit der Erkrankung. Stress hingegen wirkt sich negativ auf die Schuppenflechte aus und kann sogar einen neuen Schub auslösen.

Dabei sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen. Aber Achtung: diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht.

Auch Strategien zur Stressbewältigung sind wichtig, da Stress eine Psoriasis deutlich verschlechtern kann. (8) Dazu gehören die Entspannungsverfahren des Autogenen Trainings und vor allem die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Je nach Geschmack können auch Feldenkrais, Yoga, Tai Chi oder Chi Gong Alternativen darstellen.

Was Sie selbst tun können

Essen und Trinken

  • Verzichten Sie auf den Gluten, um Ihr Hautbild zu verbessern.
  • Allgemein sollten Sie den Verzehr von Kohlenhydraten verringern, da diese Entzündungen fördern können.
  • Obst und Gemüse sollte ein Hauptbestandteil Ihrer Nahrung sein.
  • Zwei Mal in der Woche sollte Fisch, wegen den wichtigen Omega-3-Fettsäuren auf dem Speiseplan stehen.

Mikronährstoffe

  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10 zu sich, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen. Am besten setzen Sie auf ein Produkt in flüssiger Form, hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln. Nur dadurch ist die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen und den löslichen Ballaststoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Basische Körperpflege – Schönheit und Wohlbefinden durch Entsäuerung über die Haut - A. Weber Steiner-Verlag, 48301 Nottuln, 2004 info@verlag-steiner.de Preis: 20,- Euro ISBN: 3-00-0140730-6

Stress-Intelligenz. Stress besser meistern, Lebensenergie gewinnen - Prof. Christoph Bamberger Knaur 2009 Preis: 8,95 Euro ISBN: 978-3-426-78478-5

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Quellen anzeigen

1 Lowe K.E.: Vitamin D and psoriasis. Nutr Rev 1992 (50): S. 138
2 Serwin A.B. et al.: Selenium status in psoriasis and its relations to the duration and severity of the disease. Nu-trition. 2003 (4): S. 301-304.
3 Leveque N. et al.: In vivo assessment of iron and ascorbic acid in psoriatic dermis. Acta Derm Venerol 2004 (1): S. 2-5
4 Yuanyuan Wang et al.: Effect of antioxidants on knee cartilage and bone in healthy, middle-aged subjects: a cross-sectional study. Arthritis Research & Therapy, Nr. 9, 2007 (Free Article)
5 Connor W.E. et al.: N-3 fatty acids from fish oil. Effects on plasma lipoproteins and hypertriglyceridemic patients. Ann N Y Acad Sci. 1993 (683): S. 16-34
6 Madland T.M. et al.: Subjective improvement in patients with psoriatic arthritis after short-term oral treatment with seal oil. A pilot study with double blind comparison to soy oil. J Rheumatol. 2006 (2): S. 307-310
7 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
8 Malhotra S.K. et al.: Role of stressful life events in induction or exacerbation of psoriasis and chronic urticaria. Indian J Dermatol Venereol Leprol. 2008 (6): S. 594-599 (Free Article)