Tinnitus – Wenn die Geräusche im Ohr unerträglich werden

Es pfeift, rattert, rauscht oder brummt unaufhörlich. Undefinierbare Geräusche, welche nur der Betroffene wahrnimmt und die diesen oftmals stark belasten und ihm Schlaf und Konzentration rauben. Diese störenden Ohrgeräusche nennt man Tinnitus. Obwohl Tinnitus oftmals nur phasenweise oder akut auftritt, kann sich das Ohrensausen- und Piepsen zu einer sehr quälenden chronischen Erkrankung entwickeln, die eine Behandlung und Therapie erfordert.

Die Ursachen sind mannigfaltig, was auch die Behandlung schwierig macht. Betroffene können ein Lied davon singen, dass die schulmedizinischen Therapien mit blutflussfördernden Mitteln, Überdrucksauerstofftherapie und anderen Medikamenten oft nur unbefriedigend wirken. Mit neuen, auf der Zellebene ansetzenden Verfahren, wie der revolutionären Mikronährstofftherapie, lässt sich der Tinnitus meist langfristiger und effektiver behandeln als mit klassischen Methoden.

Mikronährstofftherapie

Die moderne Mikronährstofftherapie basiert darauf, den Körper optimal mit allen Vitaminen, Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen und zahlreichen anderen Mikronährstoffen zu versorgen, um bei allen Funktionen des Organismus einen perfekten Ablauf zu ermöglichen.

Auf diese Art und Weise können Sie Tinnitus gefahrlos und effektiv selbst mitbehandeln und die Symptome verbessern. Die bestmögliche Wirkung der Mikronährstoffe wird nur dann erzielt, wenn diese in Kombination eingenommen werden. Dies führt nämlich zu einem Synergieeffekt, der die Wirksamkeit der einzelnen Vitamine und Stoffe verstärkt. Neue Studien zeigen einen deutlichen Vorteil von komplexen Nahrungsergänzungen im Gegensatz zu Einzelpräparaten. In der Tinnitus-Behandlung haben Mikronährstoffe daher schon seit einigen Jahren einen festen Platz in den Therapie-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals–, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO).

Besonders Antioxidantien (z. B. Vitamin E und C), also freie Radikale bindende Mikronährstoffe, eignen sich ausgezeichnet zur Tinnitus-Therapie. Diese Stoffe führen bewiesenermaßen zu einer deutlichen Reduktion der subjektiven Beschwerden und Höreindrücke und erhöhen so maßgeblich die Lebensqualität der Betroffenen3. Im Kampf gegen freie Radikale haben sich im Übrigen natürliche Antioxidantienmischungen deutlich besser bewährt als synthetische. Denn natürliche Mikronährstoffe wirken mehr als 200-mal stärker antioxidativ als synthetische4.

Werden diese natürlichen Antioxidantien zusammen mit Vitaminen der B-Gruppe eingenommen, helfen sie, die Schäden direkt nach einem Hörsturz zu verringern. Mikronährstoffe wirken also nicht nur gegen chronischen Tinnitus, sondern können auch akute Ohrengeräusche lindern und zu einer schnelleren Besserung der Symptome führen5. Eine bessere Regeneration nach Schädigungen am Innenohr oder den empfindlichen Haarzellen wurde auch von Coenzym Q10 nachgewiesen6. Studien zeigen auch, dass niedrige Spiegel von Vitamin B12 mit Tinnitus in Verbindung stehen7. Wenn man allerdings weiß, wie eng Vitamin B12 und Coenzym Q10 unter anderem bei der Energiegewinnung in Nervenzellen zusammenarbeiten, dann überrascht dieses Ergebnis nicht.

Studien belegen außerdem, dass ein Mangel an Spurenelementen wie Zink oder Mangan Auslöser für Hörschäden und Tinnitus sein kann, weswegen auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Mikronährstoffen immer geachtet werden sollte8. Man sollte auch auf einen ausbalancierten Säure-Base-Haushalt achten, denn Entsäuerung führt zu einer deutlich besseren Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Deshalb sollten speziell Nahrungsergänzungsmittel mit entsäuernder Wirkung eingesetzt werden.

Alle oben erwähnten Vorteile vereinen Sie am einfachsten in einem aus natürlichen Lebensmitteln hergestellten Mikronährstoffkonzentrat. Dort erhalten Sie alle nötigen Mikronährstoffe, die zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen auch in moderater Dosierung sehr effektiv helfen.

Veränderungen im Lebensstil

Da eine stressbedingte Überlastung zu den Hauptursachen eines Tinnitus gehört, ist es hilfreich Entspannungsverfahren zu erlernen, um gelassener mit der Krankheit umzugehen und zur Ruhe finden zu können. Als Entspannungsmethoden bieten sich hierfür die Progressive Muskelentspannungen nach Jacobson, Yoga sowie autogenes Training und fernöstliche Methoden wie Tai Chi an.

Vor allem im asiatischen Raum existieren Berichte darüber, dass sich eine Akkupunktur positiv auf eine Tinnitus-Erkrankung auswirkt. Die Studienlage ist in dieser Beziehung oftmals noch nicht sehr ausgeprägt, doch gibt es auch einige HNO-Ärzte, die Akkupunkturen gegen die Ohrgeräusche anwenden und von lindernden Wirkungen berichten. Auch Neurofeedback-Verfahren oder akustisches Umprogrammieren der Gehirnzellen scheint in ersten Studien erfolgreich gewesen zu sein.

Handlungsempfehlungen - Was Sie selbst tun können

Mikronährstoffe

  • Nehmen Sie täglich einen natürlichen Mikronährstoffkomplex mit Coenzym Q10 und den Spurenelementen Zink und Mangan, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten dafür geeignet ist ein Produkt in flüssiger Form, hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet ist, er zur Entsäuerung beitragen kann und eine optimale Aufnahme der Nährstoffe im Organismus gesichert ist.

Essen und Trinken

  • Essen Sie überwiegend basisch (viel Obst und Gemüse) und verwenden Sie pflanzliche Öle in der Küche.
  • Auch frische (oder tiefgekühlte) Kräuter sind wegen der entsäuernden Wirkung und des hohen Gehaltes an Spurenelementen wichtig.
  • Trinken Sie mindestens 2 Liter Wasser (ohne Kohlensäure!) am Tag.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich durch Ausdauersport oder Gymnastik. Bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Erlernen Sie ein altersentsprechendes Entspannungsverfahren und führen Sie es regelmäßig durch.
  • Schlafen Sie genügend um Erholung und Regeneration zu fördern.

Quellen anzeigen

1 Adamchic I. et al.: Abnormal cross-frequency coupling in the tinnitus network. Front. Neurosci. 8(2014): S.284
2 Ghodratitoostani I. et al.: Theoretical Tinnitus Framework: A Neurofunctional Model. Front Neurosci. 2016 Aug 19;10: S. 370
3 Savastano M. et al.: Antioxidant therapy in idiopathic tinnitus: Preliminary outcomes. Arch Med Res 2007 (4): S. 456-459
4 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
5 Hatano M. et al.: Vitamin E and vitamin C in the treatment of idiopathic sudden sensorineural hearing loss. Acta Oto-Laryngologica 2008 (128): S. 116-121
6 Staffa P. et al.: Activity of coenzyme Q 10 (Q-Ter multicomposite) on recovery time in noise-induced hearing loss. Noise Health. 2014(72): S. 265-269
7 Lasisi A.O, Fehintola F.A., Lasisi T.J.: The role of plasma melatonin and vitamins C and B12 in the development of idiopathic tinnitus in the elderly. Ghana Med J. 2012(3): S. 152-157
8 Shambaugh G.E.Jr.: Zinc for tinnitus, imbalance, and hearing loss in the elderly.Am J Otol 1986 (6): S. 476-477