Salbei – vielseitiges Heilkraut aus dem eigenen Garten

Jedes Kräuterbeet, in dem ein Strauch Salbei wächst, ist Küchengarten und Hausapotheke zugleich. Das vielseitige Kraut, das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, war schon bei den alten Ägyptern als wertvolles Heilmittel bekannt. Unter anderem sprach man Salbei in der Antike eine positive Wirkung bei Unfruchtbarkeit zu. Die keltischen Druiden trauten dem aromatischen Kraut sogar zu, Tote wieder zum Leben zu erwecken. Von den insgesamt 900 Salbei-Arten ist in den mitteleuropäischen Gärten vor allem der Echte Salbei (Salvia officinalis) zu Hause. Seine ovalen Blätter sind reich an den Vitaminen C und B3, Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen. Seine ätherischen Öle, die Terpene, verleihen dem Salbei seine antibakteriellen, antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften.

Salbei aus dem eigenen Garten

Der Salbeistrauch wächst 50 bis 80 Zentimeter hoch und liebt vollsonnige Standorte – entweder in der Kräuterspirale oder im Hochbeet oder in einem Pflanztrog auf dem Südbalkon. Er blüht zwischen April und Juni. Für die Verwendung in Küche und Hausapotheke ernten Sie die jungen frischen Blätter, die zwischen Mai und November sprießen. Einen besonders hohen Gehalt an ätherischen Ölen weist der Salbei an sonnigen Tagen in den Nachmittagsstunden auf. Damit das intensive Aroma nicht verfliegt, sollte die Verarbeitung der Salbeiblätter möglichst direkt nach der Ernte erfolgen.

Salbei in der Hausapotheke

In der natürlichen Hausapotheke ist Salbei ein Kraut für alle Fälle. Beispielsweise können Sie damit ganz unkompliziert ein wohltuendes Erkältungsbad vorbereiten: Überbrühen Sie dafür 50 Gramm Salbei sowie 100 Gramm Thymian mit einem Liter kochendem Wasser. Nach zehn Minuten Ziehzeit seihen Sie den Sud ab und geben ihn dem bereits eingelassenen Vollbad zu.

Ebenso können Sie aus den frischen oder getrockneten Blättern einen Salbeitee zubereiten. Dieser wirkt – regelmäßig vor den Mahlzeiten getrunken – dank der darin enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe wohltuend bei Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit und Blähungen. In der Naturheilkunde wird das Trinken von Salbeitee außerdem bei übermäßiger Schweißproduktion oder bei einer Schwächung des Nervensystems empfohlen. Der Aufguss kann entspannend wirken und Stress mildern, was insbesondere Frauen in den Wechseljahren zu schätzen wissen. Viele Menschen vertrauen bei Zahnfleischentzündungen und Halsscherzen auf die desinfizierenden Eigenschaften des Salbeis. Hebammen raten Müttern, die abstillen und daher die Milchproduktion reduzieren möchten, täglich zwei bis drei Tassen Salbeitee zu trinken.

Ein beliebtes Hausmittel bei Erkältungen und Heiserkeit stellt Salbei – nicht nur bei Kindern – in Bonbonform dar. Dafür schneiden Sie zehn Gramm frischen Salbei besonders fein und lassen 100 Gramm Zucker in einem kleinen Topf karamellisieren. Sobald der Zucker braun wird, rühren Sie die Salbeiblätter zügig unter. Dann lassen Sie den Sirup auf ein zuvor mit Backpapier ausgelegtes Blech tropfen. Für eine gleichmäßige Optik der Bonbons können Sie die Drops nach kurzer Abkühlzeit mit den Händen zu kleinen Kugeln formen.

Unentbehrlich für die mediterrane Küche

Neben Rosmarin, Thymian und Basilikum spielt Salbei in der mediterranen Kräuterküche eine der Hauptrollen. Alle, die es am Herd einfach lieben, verwenden das Kraut gerne für die Zubereitung von Salbeibutter, die aus Ravioli oder Gnocchi im Handumdrehen ein köstliches Hauptgericht zaubert. Ebenso Teil der klassischen italienischen Küche ist Salbei in Kalbsschnitzel à la Saltimbocca oder Ossobuco alla milanese. Verfeinern Sie mit Salbei außerdem frische Salate und raffinierte Käsesaucen.

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