Warme und kalte Wickel: die einfache Hausapotheke aus der Küche

Warme und kalte Wickel – wie die vielen Menschen aus ihrer Kindheit bekannten Wadenwickel – gehören zu den bewährten Hausmitteln. Traditionell werden sie angewendet, um die körpereigenen Heilungskräfte zu aktivieren. Sie können die unterschiedlichsten Beschwerden lindern und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Da viele „Zutaten” aus der Küche stammen, handelt es sich um eine besonders unkomplizierte und kostengünstige Art der Selbsthilfe.

Sanft und effektiv gewickelt bei Erkältungskrankheiten

Oft kündigen sich Erkältungen durch Halsschmerzen an. Wer in diesem Fall sofort handelt, kann Schnupfen und Co. häufig vermeiden. Wohltuend und entzündungshemmend wirkt ein kalter Quarkwickel bei Halsbeschwerden. Dafür streichen Sie eine ein Zentimeter dicke Schicht Magerquark auf eine Kompresse. Mithilfe einer Mullbinde wickeln Sie diese um Ihren Hals. Sobald der Quark sich erwärmt hat oder getrocknet ist, wird die Auflage entfernt, um das Prozedere bei Bedarf mehrmals zu wiederholen.

Bei Ohrenschmerzen haben sich Zwiebelwickel bewährt. Deren Heilkraft beruht wahrscheinlich auf den in den Zwiebeln enthaltenen ätherischen Ölen, die antibakteriell und antiseptisch wirken. Für eine Anwendung schneiden Sie eine Zwiebel in kleine Stückchen und packen diese in ein Stofftaschentuch, das Sie dann am besten mit einem Gummiring umwickeln. Das so entstandene Päckchen wird in einem Sieb über heißem Wasserdampf erwärmt und anschließend leicht zusammengepresst, so dass der Saft austritt. Legen Sie sich die warme Zwiebelkompresse auf das schmerzende Ohr und fixieren Sie sie mit einem Schal. Die Behandlungsdauer sollte mindestens 20 Minuten betragen.

Eine traditionelle Anwendung bei Husten ist der Kartoffelwickel. Dessen feuchte Wärme regt die Durchblutung in den Bronchien an, was den Abtransport von Schleim und Krankheitserregern erleichtert. Auch in diesem Fall erfordert die Vorbereitung nur wenig Aufwand: Es werden sechs ungeschälte Kartoffeln etwa 20 Minuten weichgekocht und dann zwischen zwei Küchenpapiere gelegt. Diese schlagen Sie in ein Geschirrtuch ein, so dass eine rechteckige Auflage entsteht. Anschließend werden die Kartoffeln zerdrückt. Sobald das Päckchen ausreichend abgekühlt ist, legen Sie es auf Ihre Brust und umwickeln es für mindestens eine Stunde mit einem warmen Schal.

Wirsing bei Gelenkschmerzen

Wer bei Gelenkbeschwerden nicht zu Schmerzmitteln greifen möchte, kann einen Wirsingwickel ausprobieren. Diese Kohlart enthält reichlich Senföl-Glykoside, die sich durch ihre entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften auszeichnen. Um die ätherischen Öle freizusetzen, enfernen Sie von einigen Blättern die Rippen und rollen anschließend mit einem Nudelholz über das Grün. Beginnt der Saft auszutreten, legen Sie die Blätter überlappend auf das schmerzende Gelenk und fixieren mithilfe einer Mullbinde darüber ein Tuch. Bei guter Verträglichkeit lässt sich dieser Wickel auch über Nacht anwenden und über mehrere Tage hinweg wiederholen.

Den Stress „wegwickeln”

Der kalte Lendenwickel stammt aus der Kneipp-Therapie und soll Körper und Seele entspannen. Der Kältereiz wirkt dabei auf das vegetative Nervensystem: Dieses gibt dem Körper einen Impuls zur Wärmebildung und harmonisiert die Verdauungsfunktionen. Basis des Wickels ist ein 40 x 150 Zentimeter großes Tuch aus Baumwolle oder Leinen. Dieses tauchen Sie in kaltes klares Wasser und wringen es anschließend gut aus. Der Wickel, den Sie mit einem ausreichend großen Handtuch vollständig bedecken, soll dann von den Rippen bis zum Beinansatz reichen. Die Anwendung, die 30 Minuten dauert, erfolgt ruhend im Bett. Dabei sollten Sie den Wickel nach zehn Minuten nicht mehr als kalt empfinden.

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