Warnsignale des Körpers richtig deuten

Ob bei Krankheiten oder Mangelerscheinungen – bevor ernsthafte Symptome auftreten, sendet der Körper häufig deutliche Warnsignale aus. Wer sie richtig deutet, kann rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen und so unter Umständen eine Erkrankung vermeiden.

Eingerissene Mundwinkel – mögliche Ursachen

Aufgrund kleiner Entzündungen schmerzen eingerissene Mundwinkel beim Sprechen, Essen und bei jeder Berührung. Hervorgerufen werden können die sogenannten „Rhagaden” durch trockene Lippen oder durch Bakterien, Viren oder Pilze wie Herpes Simplex. Eventuell steckt auch ein Eisenmangel oder eine Unterversorgung mit Vitamin B2 dahinter. Wer häufig unter eingerissenen Mundwinkeln leidet, sollte seinen Arzt konsultieren: Manchmal weisen Rhagaden auf Schuppenflechte, Allergien oder Diabetes hin.

Was verrät die Zunge?

Eine gesunde Zunge ist hellrosa und hat einen dünnen weißlichen Belag. Bildet sich dagegen ein starker gelblicher Belag, könnte eine Pilzinfektion vorliegen oder die Funktion von Galle oder Leber ist beeinträchtigt. Eine rote „Himbeerzunge” deutet auf eine Infektion, Probleme im Magen-Darm-Trakt oder auf einen Vitamin B12-Mangel hin. Derweil ist eine braune Zunge ein Warnsignal von Nierenproblemen und Darmerkrankungen. Verfärbt sich Ihre Zunge grau, leiden Sie unter Umständen an Eisenmangel oder Anämie. Eine schwarze „Haarzunge” zeugt von einer Mundflora, die durch die Einnahme von Antibiotika aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Dunkle Augenringe – nicht immer steckt Schlafmangel dahinter

Nach einer langen Nacht sind dunkle Augenringe kein Grund zur Sorge. Fallen sie Ihnen beim Blick in den Spiegel aber über längeren Zeitraum auf, könnte ein Eisen- oder Zinkmangel vorliegen. Vielleicht wird auch Ihr Blut nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Dunkle Augenringe können außerdem ein Alarmsignal bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie bei Problemen mit dem Stoffwechsel sein.

Ein blasser Teint – Typsache oder Warnsignal?

Natürlich gibt es von Natur aus sehr hellhäutige Menschen. Genauer hinsehen sollten Sie, wenn sich Ihre Hautfarbe plötzlich verändert und der fahle Teint nicht auf vorübergehendes Unwohlsein, Unterzuckerung oder einen Infekt zurückzuführen ist. Blasse Haut gehört zur Symptomatik von Blutarmut, Nierenschwäche und niedrigem Blutdruck. Auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Teint sehr hell. In seltenen Fällen gibt es unbemerkte innere Blutungen, wie beispielsweise aufgrund eines Magengeschwürs.

Haarausfall und dünnes Haar

Haarausfall sowie brüchiges, stumpfes Haar sind häufig die Folge von Stress oder – beispielsweise durch eine Schwangerschaft oder das Klimakterium – hormonell bedingt. Als weitere Ursachen kommen eine Schilddrüsenunterfunktion, eine schwere Infektion oder Vergiftung sowie eine Nebenwirkung bei Medikamenteneinnahme in Betracht. Einen Sonderfall stellt der kreisrunde Haarausfall dar: Dieser ist eine Autoimmunreaktion des Körpers. Um kreisrunden Haarausfall stoppen zu können, muss zuerst die Ursache gefunden werden.

Was verraten die Fingernägel über Ihre Gesundheit?

Weisen Ihre Fingernägel feine Längsrillen auf, handelt es sich entweder um eine Alterserscheinung oder Sie trinken zu wenig. Querrillen bilden sich häufig nach einer schweren Erkrankung. Von „Uhrglasnägeln” spricht man, wenn sich die Nägel nach oben wölben. Dahinter könnte unter anderem eine Blutarmut oder Leber- oder Lungenprobleme stecken. „Löffelnägel” – also nach innen gewölbte Nägel – treten bei Magen-Darm-Erkrankungen auf. Sind die Fingernägel brüchig, benötigt Ihr Körper häufig mehr Spurenelemente, Kalzium oder Magnesium.

Gelbliche Augen und Haut – am besten von einem Arzt abklären lassen

Haben sich die Haut sowie der eigentlich weiße Teil der Augen gelblich verfärbt, liegt wahrscheinlich eine Gelbsucht vor und Sie sollten unbedingt einen Arzt konsultieren. Gelbsucht tritt auf, wenn die Bilirubin-Konzentration im Körper zu hoch ist. Bilirubin ist ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen und tritt unter anderem dann in erhöhtem Maße auf, wenn eine Lebererkrankung wie eine Zirrhose oder eine Hepatitis B-Infektion vorliegt. Auch Gallensteine oder ein Gallenstau können einen erhöhten Bilirubin-Wert verursachen.

Zurück