Dauerstress erhöht Diabetesrisiko

Neuste Studien der Universität Göteborg haben belegt, dass Männer die Dauerstress ausgesetzt sind, häufiger an Typ-2 Diabetes erkranken. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erlangen, wurden seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, Gesundheitsdaten von mehr als 7.200 schwedischen Männern ausgewertet.

Symptome meist schmerzfrei

Es hat sich gezeigt, dass Dauerstress das Risiko an Diabetes zu erkranken um etwa 45 Prozent steigert. Im Gegensatz dazu sind Männer die keinem oder nur periodischem Stress ausgesetzt sind, weitaus weniger betroffen. Astrid Glaser, die Geschäftsführerin des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung erklärt, dass die meisten Risikofaktoren des Typ-2 Diabetes durch präventive Maßnahmen gemindert werden können, was allerdings nur bei knapp 65 Prozent überhaupt möglich ist.

Beim restlichen Drittel der Gefährdeten bringt selbst Prävention keinen Erfolg, weshalb die Wissenschaftler des Zentrums für Diabetesforschung nach einer genauen Definition von Risiko bei den verschiedenen Patientengruppen geforscht haben. Zu diesem Zweck entwickelten die Forscher einen Onlinetest, welcher anhand verschiedener Faktoren, die das Diabetesrisiko steigern, wie Rauchen, Übergewicht oder zu wenig Sport messen kann, wie hoch die Wahrscheinlichkeit jedes einzelnen ist, in Zukunft an Typ-2 Diabetes zu erkranken.

Die Problematik in der Früherkennung liegt bei dem schleichenden Erkrankungsprozess, dessen Symptome zunächst keine Schmerzen oder andere wahrnehmbare Auswirkungen verursachen, weshalb die Krankheit meist erst in einem fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert wird. Eine nur schwer oder gar nicht verheilende Wunde kann hierbei als erstes mögliches Anzeichen gewertet werden.

Viele junge Menschen betroffen

Um Diabetes früh erkennen zu können, sollten sich Menschen die einer Gruppe mit hohem Diabetesrisiko angehören möglichst regelmäßig einem Bluttests unterziehen, um so eine gute Behandlungssituation zu gewährleisten. Laut Astrid Glaser hat man früher Menschen ab 55 Jahren dazu geraten, präventiv Untersuchungen durchführen zu lassen. Heutzutage ist dies nicht mehr der Fall, da sich das Erkrankungsalter durch die zunehmende Ausbreitung von Übergewicht bei jüngeren Generationen deutlich nach unten verschoben hat. Selbst vor 20 Jahren trug der Typ-2 Diabetes noch den verharmlosenden Namen „Altersdiabetes“.

Deshalb rät die Expertin gefährdeten Menschen, egal welches Alters zu Präventivuntersuchungen, da die Erfolge einer Behandlung maßgeblich vom Zeitpunkt der Diagnose abhängen. Sollte Typ-2 Diabetes in einem frühen Stadium erkannt werden, so kann bereits ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung helfen. Erst wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, sollte eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden. Als letzter Ausweg gilt allgemein die Insulininjektion, welche für Typ-1 Diabeteserkrankte unumgänglich ist, da ihre Betazellen selbst kein Insulin ausschütten können. Allerdings macht der Typ-1 nur rund 5 bis 10 Prozent der Gesamterkrankungen aus.

Zurück