Ballaststoffe: Wie wirkt ballaststoffreiche Kost?

Ballaststoffe sind für den Darm Personal Trainer und Reinigungskräfte in einem. Seit der jüngsten Vergangenheit haben die unverdaulichen Pflanzenfasern den Ruf einer gesundheitlichen Wunderwaffe. 2016 bringt die John Hopkin's Universität die Fasern mit gesunden Lungen in Verbindung. Hinsichtlich Darmkrebs ist von präventiven Effekten die Rede und Studien der FAU beweisen, dass ballaststoffreiche Kost gegen rheumatoide Arthritis hilft. Jetzt erfahren, wie Ballaststoffe in Ihrem Körper Wunder bewirken.

Von wegen Ballast: So entlasten Ballaststoffe Ihren Darm

Anders als Nährstoffe wie Kohlenhydrate und Fette verwendet Ihr Körper Ballaststoffe nicht zur Energiegewinnung. Trotzdem brauchen funktionierende Organismen pro Tag rund 30 Gramm der unverdaulichen Pflanzenfasern. Im Darm bindet ballaststoffreiche Kost Wasser, Gifte und schwer verdauliche Substanzen, die Sie dadurch leichter ausscheiden. In dieser Hinsicht übernehmen Ballaststoffe im Verdauungstrakt die Rolle eines Reinigungstrupps. Weil die Pflanzenfasern die natürliche Darmbewegung anregen, fungieren sie zusätzlich als Personal Trainer des Magendarmtrakts und tragen damit zur Darmgesundheit bei. Den Zustand des Darms halten Gastroenterologen mittlerweile für den Schlüssel zu mentaler und körperlicher Gesundheit. Unterschiede bestehen in der Wirkungsweise löslicher und unlöslicher Pflanzenfasern.

Unlösliche & lösliche Ballaststoffe: Die richtige Lösung für jede Situation

Lösliche Ballaststoffe wie Pektin, Inulin und Oligofruktose kommen hauptsächlich in Obst und Gemüse vor. Im Verdauungstrakt quellen diese Substanzen auf und ernähren die natürlichen Dickdarmbakterien. Dadurch unterstützen die Pflanzenfasern das natürliche Gleichgewicht der Darmflora. Ungleichgewichte dort ansässiger Bakterien bringen Gasteroenterologen nach zahlreichen Studien mit exzessiver Kalorienaufnahme, psychischen Erkrankungen wie Depression und körperlichen Leiden wie Darmkrebs in Zusammenhang.

Hülsenfrüchte und Getreide enthalten statt löslichen Ballaststoffen unlösliche Pflanzenfasern. Diese Substanzen beschleunigen den Nahrungstransport und erhöhen das Stuhlvolumen um bis zu 60 Prozent. Dadurch erhält die Stuhlentleerung eine regelmäßige Basis. Obwohl Ballaststoffe vor diesen Hintergründen auf jeden gesunden Speiseplan gehören, nehmen rund 70 Prozent aller Deutschen nicht genügend davon zu sich. Studien zufolge gilt das insbesondere für Frauen.

Nicht nur bei Diäten: Wieso Ballaststoffe zum Frühstück gesund sind

Um den täglichen Bedarf an Ballaststoffen zu decken, reichen 300 Gramm Linsen oder Erbsen in Kombination mit 150 Gramm Früchtemüsli oder vier Scheiben Vollkornbrot aus. Obwohl auch Kohl und Rote Beete zum Mittag- oder Abendessen zu ballaststoffreicher Ernährung beitragen, profitieren Sie laut Experten vor allem zum Frühstück von den unverdaulichen Fasern. Wegen Eigenschaften wie der Quellfähigkeit wirken Ballaststoffe am Morgen sättigend, wodurch entsprechende Kost neben Hungergefühlen die Kalorienaufnahme reduziert. Mit ballaststoffreichem Frühstück regulieren Sie außerdem Ihren Cholesterin- und Blutzuckerspiegel.

Leistungstiefs und Heißhunger bleiben Ihnen dadurch tagsüber erspart. Indem Ballaststoffe die Verdauung anregen und Energie langsam ins Blut abgeben, stellen die Wundersubstanzen Ihren Stoffwechsel auf ein solides Fundament. Experten empfehlen, die Pflanzenfasern für ein gesundes Frühstück mit langkettigen Kohlenhydraten und Proteinen zu kombinieren. Eigens zubereitetes Müsli mit frischen Früchten und griechischem Joghurt eignet sich ideal. Trotzdem Vorsicht vor übertrieben ballaststoffreicher Ernährung, damit keine Nebenwirkungen auftreten.

Vorsicht: In diesen Situationen sind Ballaststoffe unnötiger Ballast

Bei Magendarmerkrankungen wie Verstopfung, Hämorrhoiden, Divertikulose und Darmkrebs empfehlen Ärzte eine ebenso ballaststoffreiche Diät wie bei Diabetes, Fettsucht und anderen Stoffwechselerkrankungen. Dasselbe gilt bei Arteriosklerose, Herzinfarkt und Bluthochdruck. Trotzdem existieren einige Gegenanzeigen. Kontraindiziert sind die unverdaulichen Pflanzenfasern beispielsweise bei Durchfall und entzündlichen Darmkrankheiten (Morbus Crohn), da sich diese Zustände durch ballaststoffreiche Kost im schlimmsten Fall verschlechtern.

Bei Patienten mit Blähungen ist ebenfalls Vorsicht geboten, weil die Fasern die bakterielle Gasbildung anregen. Wer keine ballaststoffreiche Ernährung gewöhnt ist, hat nach einer dahingehenden Nahrungsumstellung anfangs ohnehin mit Blähungen zu rechnen. Fangen Sie am besten immer mit einer reduzierten Dosis an, um sich von dort aus schrittweise der empfohlenen Tagesration anzunähern. Damit Sie die Fasern problemlos wieder ausscheiden, trinken Sie zu Ballaststoffen immer ausreichend Flüssigkeit.

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