Es grünt wieder: Wildkräuter sammeln und genießen

Das frische Grün des Frühlings verwöhnt nicht nur Augen und Seele, sondern auch den Gaumen. Wildkräuter schmecken vorzüglich und sind vitamin- und mineralstoffreich. Der Gehalt an bioaktiven Pflanzenstoffen übertrifft bei vielen Arten den von Gemüse. Zudem besitzen viele Pflanzen heilsame Eigenschaften. Das Beste daran: Das Sammeln der zarten Blättchen, die aus Unwissenheit oft als „Unkraut” bezeichnet werden, kostet kein Geld. Stattdessen profitieren Sie von wohltuender Bewegung im Freien.

Wildkräuter – wertvoll und schmackhaft

Viele Wildkräuter bereichern nicht nur die gesunde Frühlingsküche mit interessanten Aromen, sondern eignen sich auch für die Hausapotheke. Die Brennnessel ist beispielsweise für ihre vitalisierende Wirkung bekannt und wird gerne unterstützend bei Arthrose, Blasenleiden und Bluthochdruck eingesetzt. Giersch gilt als Vitamin-C-Bombe, besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann bei Gicht Beschwerden lindern. Der etwas bitter schmeckende Löwenzahn, bei dem nur die jungen Blätter verwendet werden, wird traditionell bei Verdauungsproblemen wie Völlegefühl und Blähungen empfohlen.

Er ist besonders reich an Vitamin A. Seine geschlossenen, in Butter geschwenkten Blüten gelten in der Wildkräuterküche als echte Delikatesse. Mit Vogelmiere, Gundermann und jungen Buchenblättern deckt die Natur im Frühling den Tisch noch abwechslungsreicher. Die passende Dekoration besteht aus Gänseblümchenblüten, die mit ihrem dezent nussigen Geschmack für ein zusätzliches Aroma sorgen.

Wildkräuter sammeln – Wissenswertes und Tipps

Um nicht versehentlich zu giftigen Pflanzen zu greifen, sollten Sie nur Arten sammeln, die Sie sicher kennen. Im Zweifelsfall ziehen Sie ein detailliertes Bestimmungsbuch zu Rate. So umgehen Sie auch die Gefahr, Pflanzen zu pflücken, die unter Naturschutz stehen. Damit Sie mit Wildkräutern Ihrer Gesundheit tatsächlich etwas Gutes tun, sollten Sie beim Sammeln um stark schadstoffbelastete Straßenränder und Hundewiesen einen großen Bogen machen. Ebenfalls tabu sind intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen und Naturschutzgebiete. Wer einen eigenen Garten besitzt, kann auch dort Wildkräuter ansiedeln. Entsprechende Samenmischungen sind im Fachhandel erhältlich.

Für eine schonende Ernte dürfen Wildkräuter nie mit der Wurzel ausgerissen werden. Stattdessen schneiden Sie die gewünschten Pflanzenteile behutsam mit einem Messer oder einer Schere ab. Für den Transport empfiehlt sich ein luftiger Korb oder eine Stofftragetasche. In Plastiktüten verderben die Kräuter dagegen sehr schnell. Am besten brechen Sie um die Mittagszeit zu Kräutersammlungen auf: Dann weisen die meisten Pflanzen die höchste Konzentration an wertvollen ätherischen Ölen auf.

Rezeptideen mit Wildkräutern

Idealerweise verarbeiten Sie Wildkräuter sofort nach dem Sammeln. Ist dies nicht möglich, lässt sich das Grün – eingewickelt in feuchtes Küchenpapier – für ein bis zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Ebenso ist das Einfrieren der gewaschenen und gut abgetrockneten Kräuter möglich. Aus Gundermann und Co. lassen sich köstliche Suppen zaubern und bunte Salate mischen. Ebenfalls entstehen daraus aromatische Pestos für Nudel- und Fleischgerichte oder delikate Kräuteröle. Als Solokünstler überzeugen Wildkräuter und -blüten auf dem Butterbrot. Zu Pellkartoffeln oder Gemüsepuffern schmeckt ein cremiger Kräuterquark.

Mit Spitzwegerich lässt sich die Hausapotheke bereichern: Aus der Heilpflanze, die den Beinamen „Lungenblattl” träg, können Sie unkompliziert einen Hustensirup herstellen. Für die Behandlung von Wunden setzen Sie ganz einfach eine reinigende und schmerzstillende Gänseblümchentinktur an: Dafür übergießen Sie eine Handvoll Gänseblümchen mit Weingeist und lassen sie für etwa vier Wochen ziehen. Nach dem Abseihen bewahren Sie die Tinktur lichtgeschützt in einer dunklen Flasche auf.

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