Fasten – der richtige Weg?

Das Fasten hat seinen Ursprung im Religiösen: Für die Christen beginnt alljährlich am Aschermittwoch eine 40-tägige Zeit des Verzichts, im Islam fasten die Gläubigen im Ramadan. Neben dem Aspekt der rituellen Reinigung rückt immer mehr der gesundheitliche Aspekt von Fastenkuren in den Fokus. Während die einen durch eine Pause vom Essen ihr Gewicht reduzieren oder ihren Körper entschlacken möchten, erhoffen sich andere durch die phasenweise Entlastung ihrer Verdauung neue Energie.

Gesundheitliche Vorteile von Fastenkuren

In der Regel bedeutet Fasten, für einen bestimmten Zeitraum – häufig zwischen zehn Tagen und fünf Wochen – auf feste Nahrung und Genussmittel wie Alkohol und Kaffee zu verzichten. Am Beginn vieler Fastenkuren stehen ein oder zwei Entlastungstage sowie eine Darmreinigung mit Hilfe von Glaubersalz oder eines Einlaufs. Eine langsame Aufbauphase schließt das Fasten ab und soll vor dem gefürchteten Jo-Jo-Effekt schützen.

Fasten entlastet den Magen-Darm-Trakt und gibt dem Körper damit die Chance zur Regeneration und Entgiftung. Dieser Effekt beeinflusst bestimmte chronische Erkrankungen positiv: Unter anderem haben sich Fastenkuren bei vielen Patienten, die unter Bluthochdruck, Migräne oder Rheuma leiden, bewährt. Auch Hauterkrankungen und Allergien lassen sich damit lindern. Wird dem Körper über eine längere Zeit keine Nahrung zugeführt, muss er seine Reserven nutzen: Daher schrumpfen während einer Fastenkur die Fettdepots und es kommt zur häufig ersehnten Gewichtsabnahme. Manchmal gelingt mit einer Fastenkur sogar eine langfristige Ernährungsumstellung: Viele Teilnehmer berichten, bei ihnen sei das Verlangen nach Süßigkeiten oder fettem Essen dauerhaft ausgeblieben.

Dass dem Fasten oft auch eine rituelle Reinigungswirkung zugeschrieben wird, ist der Stoffwechselumstellung zuzuschreiben: Während des Fastens produziert der Körper deutlich mehr Serotonin, was Glückgefühle ähnlich dem Verliebtsein auslöst. Zusätzlich strafft Fasten die Haut.

Mögliche Risiken des Fastens

So viele positive Auswirkungen auf den Organismus Fasten auch besitzen mag, können strenge Kuren doch einige Risiken bergen. So greift der Körper zur Energiegewinnung nicht nur auf das gespeicherte Fett zurück, sondern baut auch Wasser und Muskulatur ab. Dadurch verringert sich der Energieverbrauch um ein Weiteres und ist somit ein sicherer Weg in den gefürchteten Jo-Jo Effekt. Dieser unerwünschte Nebeneffekt lässt sich im Rahmen kürzerer Fastenphasen mit leichter Bewegung verringern. Zugleich kurbelt moderater Sport den Fettabbau an.

Eine längere Fastenkur birgt das Risiko der Bildung von Gallenblasensteinen: Ruht der Darm, kann die hoch konzentrierte Galle anfangen zu kristallisieren. Zudem besteht die Gefahr, dass der Stoffwechsel aus den Fugen gerät, da sich der Körper nur noch von Fetten und Eiweißen bedienen kann. Eine lebensbedrohliche Übersäuerung, auch „Ketoazidose“ genannt, kann die Folge sein. Auch Herz-Rhythmus-Störungen sind aufgrund möglichen Mineralstoffmangels nicht selten ein gefährlicher Nebeneffekt.

Besondere Vorsicht sollten Gicht-Patienten walten lassen: Werden die Proteinspeicher durch eine Fastenkur abgebaut, steigt der Harnsäurespiegel an. Grundsätzlich gilt: Wer nicht ganz gesund ist, Medikamente einnimmt oder keine Erfahrungen mit Fastenkuren besitzt, sollte vorab einen Arzt konsultieren. Mit einem Check-up lassen sich zum Beispiel Erkrankungen an den während einer Fastenkur stark belasteten Entgiftungsorganen Leber und Niere ausschließen. Nicht geeignet ist das Fasten für Schwangere, Stillende und Kinder sowie Menschen, die bereits einmal an einer Essstörung gelitten haben oder zu Untergewicht neigen.

Beliebte Arten des Fastens

Zu den beliebtesten Kuren zählt das Saftfasten nach der Buchinger-Methode. Dabei ersetzen Tee- und fettlose Gemüsebrühe sowie Obst - und Gemüsesäfte die Mahlzeiten. Maximal sind 500 Kalorien pro Tag erlaubt. Bei der Schroth-Kur nehmen die Teilnehmer täglich bis zu 700 Kalorien an salz- und fettarmer Nahrung zu sich. Dabei wechseln sich wasserarme Trockentage, an denen nur bis zu einem Liter Wasser getrunken wird, mit Trinktagen ab, an denen dem Körper bis zu drei Liter Wasser zugeführt werden.

Die F.-X.-Mayr-Diät geht auf einen österreichischen Arzt zurück und sollte mindestens drei Wochen dauern. Sie beginnt mit einer Darmsäuberung und mehreren Tee- und Wassertagen. Auf diese folgt die Semmeldiät: Einige Tage lang essen die Teilnehmer ein altbackenes Brötchen zum Frühstück und kauen dieses etwa 50-mal, um das bewusste Essen zu trainieren und gleichzeitig den Darm zu entlasten. Eine Schonkostphase mit viel Obst und Gemüse, aber wenig Salz, Fett und Fleisch lässt die F.-X.-Mayr-Diät ausklingen.

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