Genug gefroren: Welche Lebensmittel wärmen?

Frieren schwächt das Abwehrsystem und trägt dazu bei, dass Krankheitserreger im Winter leichtes Spiel haben. Die chinesische Medizin hat gegen Frost eine altbewährte Lösung: Warmessen! Statt warmen Speisen sind damit Lebensmittel mit wärmender Wirkung gemeint, die Ihren Körper aufheizen.

Körpereigenes Kraftwerk: Wieso volle Mägen warmhalten

Mit leerem Magen fühlt sich jeder Luftzug wie antarktisches Eis an. Bei vollem Bauch gilt das Gegenteil. Dass sich Menschen an Essen wärmen, liegt am Stoffwechsel. Die Wissenschaft erklärt das Prinzip über die Energiegewinnung, die den eigentlichen Anlass zur Nahrungsaufnahme gibt. Wie ein Kraftwerk stellt Ihr Körper rund um die Uhr Energie her, um reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Im Normalfall gewinnen Menschen Energie unter der Zuhilfenahme von Sauerstoff aus Nahrungsbestandteilen wie Fettsäuren und Kohlenhydraten.

Energiegewinnung ist ein Verbrennungsprozess, der Wärme abwirft. Dieses Prinzip beginnt bei der Verdauung. Um Nahrung aufzunehmen, aufzuspalten, umzuwandeln und zu transportieren, braucht Ihr Körper Kraft. Deshalb steigt Ihr Grundumsatz ab der Nahrungsaufnahme für mehrere Stunden an. Während Sie verdauen, verbrennen Sie bis zu zehn Prozent aller aufgenommenen Kalorien und fühlen sich wegen diesen Brennvorgängen wärmer. Wie viel Wärme unmittelbar bei der Verdauung entsteht, unterscheidet sich von Nährstoff zu Nährstoff.

Trotz hohem Energiegehalt bilden Fette das Schlusslicht, wenn es um Wärmegewinnung beim Essen geht. Nur zwei Prozent des Gesamtgehalts verwandeln sich nach fettigen Mahlzeiten in Wärme. Der vierfache Prozentsatz gilt für Kohlenhydrate. Trotzdem bleiben Proteine in Sachen Verdauungswärme die Spitzenreiter. Eiweißreiche Kost setzt der Körper zu Anteilen von bis zu 30 Prozent zu Wärme um. Übertrieben eiweißreiche Mahlzeiten empfehlen Experten trotzdem nicht, um im Winter warm zu bleiben. Der Grund dafür ist die hohe Belastung, die der Abbau der enthaltenen Aminosäuren für die Leber und die Nieren bedeutet.

Wärmewunder: Diese Nahrungsmittel heizen

Laut der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) entscheidet nicht die Nährstoffzusammensetzung per se über das wärmende Potenzial bestimmter Lebensmittel, sondern der Gehalt an Yin und Yang. Obwohl TCM aus wissenschaftlicher Sicht umstritten bleibt, sprechen viele Studien für die Wirksamkeit traditionell chinesischer Heilverfahren.

Die Lehre vom Yin und Yang der Lebensmittel ist in Europa zwar weniger bekannt als Akupunktur, bleibt im asiatischen Raum aber ein wichtiger TCM-Bestandteil. Lebensmittel mit Yin kühlen laut der Theorie den Körper. Wärmende Nahrungsmittel enthalten Yang. Anhänger der Theorie erkennen in der Neigung zum Frieren einen Mangel an Lebensenergie, der über einen balancierten Lebensstil zum Ausgleich gelangt.

Wie Würzen wärmt

Wärmendes Yang steckt laut TCM in Gemüse wie Kohl, Hülsenfrüchten und Kartoffeln. Noch wichtigere Wärmespender sind laut der Lehre Nüsse, Fleisch und Fisch. Insbesondere roten Fleischsorten wie Lamm und Wild sagen chinesische Mediziner wärmende Wirkung nach. Bei Fisch führen Thunfisch, Scholle und Hering die Liste an. Aus wissenschaftlicher Sicht kommen diese Empfehlungen nicht überraschend: Fisch und Fleisch bilden die hauptsächliche Eiweißquelle aller Menschen. Als Eintopf zubereitet, wärmt Fleisch umso besser.

Das liegt vorwiegend an wärmenden Gewürzen wie Ingwer, Nelken und Zimt. Pfeffer, Curry und Chili wärmen dagegen nur mit Einschränkungen. Scharfe Stoffe wie Peptin und Capsaicin gaukeln Ihren Wärmerezeptoren Temperaturanstiege vor. Dadurch schwitzen Sie beim Essen, obwohl sich Ihr Körper nicht tatsächlich erwärmt. Wegen der Verdunstungskälte frieren Sie bald nach dem Verzehr übertrieben scharfer Speisen noch mehr. Eine ähnliche Wirkung hat Alkohol.

Vitamine gegen Frostbeulen

Die TCM empfiehlt in Sachen wärmende Getränke Tees mit Anis, Kümmel, Fenchel oder Zimt. Grün-, Rot- und Schwarztees haben laut der Lehre kühlende Wirkung. Unter den grünen Wärmespendern betonen TCM-Meister die feurigen Effekte von Frühlingszwiebeln, Lauch, Roter Beete und Kürbis. Je mehr Vitamine die Kost enthält, desto höher das Wärmepotenzial aus wissenschaftlicher Sicht. Mangelversorgung allein gibt Ihrem Körper guten Grund zum Frieren. Trotz hohem Vitamingehalt rät die TCM im Winter von Zitrusfrüchten ab und empfiehlt stattdessen Zwetschgen, Birnen und Granatäpfel. Beim nächsten Kälteeinbruch einfach selber ausprobieren!

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