Glutenunverträglichkeit – wenn Weizen krankmacht

Sie fühlen sich häufig müde und unkonzentriert und Ihre Lebensqualität leidet unter wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden? Vielleicht steckt hinter diesen lästigen Symptomen eine Glutenunverträglichkeit.

Glutenunverträglichkeit = Zöliakie?

Grundsätzlich muss man bei Glutenunverträglichkeit verschiedene Ausprägungen unterscheiden. Neben Glutensensitivität gibt es die Weizenallergie sowie die Zöliakie: Bei dieser extremen Form der Nahrungsmittelintoleranz ist keine ursächliche Behandlung möglich und die Betroffenen müssen glutenhaltige Lebensmittel ihr Leben lang strikt vermeiden. Nachweisen lässt sich Zöliakie im Labor über einen Antikörper-Test.

Unter Zöliakie leiden in Deutschland etwa 800.000 Menschen. Bei bis zu einem weiteren Drittel der Bevölkerung gehen Wissenschaftlicher von einer Glutenunverträglichkeit aus – mit steigender Tendenz. Die Supermärkte haben den Trend längst entdeckt und bieten in ihren Regalen immer mehr Waren an, die eindeutig als „glutenfrei” gekennzeichnet sind.

Warum tritt Glutenunverträglichkeit immer häufiger auf?

Im Hinblick auf die Evolution ist Getreide für den menschlichen Körper noch immer ein ganz neues Nahrungsmittel: Bis vor etwa 5.000 Jahren stand es nur sehr selten und in kleinen Mengen auf dem Speiseplan, so dass der Verdauungstrakt sich noch in der „Anpassungsphase” befindet. Zudem hat der Weizen als am meisten verbreitete Getreidesorte in den letzten 30 Jahren große Veränderungen durchgemacht: Die Pflanze wurde hochgezüchtet und der Anbau lässt sich längst als industrialisiert beschreiben. Nach der Ernte und dem Vermahlen landet das Getreide meist nicht mehr beim kleinen Bäcker um die Ecke, sondern in Back-Fabriken, wo Brötchen und Gebäck mit vielen Zusatzstoffen produziert werden. Backwaren haben daher mit natürlichen Lebensmitteln oft nicht mehr viel gemeinsam.

Problematisch sind in dieser Hinsicht die großen Verzehrmengen an Weizen und Co. Gerade in Fastfood wie Pizza, Burgern oder Sandwiches steckt viel Gluten. Je mehr Sie davon essen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Verdauungstrakt irgendwann mit Überforderung reagiert.

Glutenunverträglichkeit – schwierige Diagnose

Eine Glutenunverträglichkeit geht mit diffusen Symptomen einher, die sich zudem oft erst mit zeitlicher Verzögerung nach einer weizenhaltigen Mahlzeit bemerkbar machen und sich daher kaum eindeutig zuordnen lassen. Oft verschlimmert sich die Symptomatik schleichend, so dass Betroffene und Ärzte zuerst an organische oder psychische Ursachen denken.

Schließlich passen die Beschwerden einer durch Glutensensitivität hervorgerufenen chronischen Darmentzündung zu vielen Krankheitsbildern: Als erste Beschwerden treten meist Blähungen, Verdauungsprobleme und ein Reizdarm auf. Später sind sogar psychische Symptome wie Panikattacken und Depressionen möglich.

Oft geht eine erhöhte Infektanfälligkeit mit der Glutenunverträglichkeit Hand in Hand: Schließlich sind die meisten Immunzellen im Darm angesiedelt. Infolge der Schädigung der Darmflora durch entzündliche Prozesse können diese ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen – und die Haut übernimmt einen Teil der Ausscheidungsprozesse. Dadurch verändert sich das Hautbild und es treten häufig Ekzeme, Juckreiz oder sogar Schuppenflechte auf. Weitere Symptome, die auf eine Glutenunverträglichkeit hinweisen, sind rheumatische Erkrankungen, migräneartige Kopfschmerzen oder Eisenmangel.

Einfach den Selbsttest machen

Haben Sie den Verdacht, dass bei Ihnen eine Glutensensitivität vorliegt, sollten Sie einige Tage oder sogar Wochen auf glutenhaltige Lebensmittel komplett verzichten. Tritt nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung Ihrer Beschwerden ein, haben Sie den Schuldigen gefunden. Zur Kontrolle nehmen Sie zwischendurch Mahlzeiten mit viel Gluten zu sich und beobachten aufmerksam die Reaktion Ihres Körpers. Rebelliert er, kann für Sie der Weg zu dauerhaft mehr Lebensqualität und Gesundheit über eine glutenfreie Ernährung wie beispielsweise die Paleo-Diät führen.

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