Warum McDonalds in Bolivien gescheitert ist

Ganz Südamerika, ja beinahe die ganze Welt, ist von einer Restaurantkette mit dem großen, gelbem “M“ besetzt. Ganz Südamerika? Nein! Ein von gesundheitsbewussten Bolivianer bewohntes Land hört nicht auf, den Marketingstrategen und Burgerbrater Widerstand zu leisten und setzt weiterhin auf eigene, frisch gekochte Lebensmittel.

Das Konzept schnelles, günstiges und durch Geschmacksverstärker und einfache Zutaten scheinbar „schmeckendes“ , aber extrem ungesundes Essen zu vertreiben funktioniert für McDonalds nicht nur in den USA und der westlichen Welt, auch Indien, Osteuropa und sogar China und Südostasien sind bereits „erobert“. Doch in einem Land dieser Erde konnte der Fast-Food-Gigant einfach keinen Fuß fassen. Alle acht Filialen im südamerikanischen Bolivien wurden vor kurzem geschlossen. Kein Gewinn, keine Kundschaft - aber wirklich kein Markt? Warum wollen die Bolivier nicht wie alle anderen standardisierte Burger und andere Fleischreste kaufen?

Vor 14 Jahren entschlossen sich die McDonalds-Strategen im Zuge ihrer kulinarischen-kultivierung Südamerikas acht Filialen in den größten und finanzstärksten Städten, unter ihnen Santa Cruz de la Sierra, La Paz und Cochambamba - des Landes zu eröffnen. Im August 2012 schlossen all diese Filialen simultan wieder. Es hatte in der ganzen Zeit keine einzige positive Geschäftsbilanz gegeben. In allen anderen südamerikanischen Ländern in denen McDonalds versuchte Fuß zu fassen, gelang es ihnen auch und die Fast-Food-Kette setze so ihren internationalen Expansionskurs vor. Nur Bolivien konnte McDonalds trotz hohen Unterstützungszahlungen aus dem Mutterland des Burgers, kein Klientel von ihren Fast-Food-Produkten überzeugen. Der Frage warum dem so ist, ging das Gesundheitsportal „NaturNews.com“ auf den Grund und beleuchtet einige Aspekt der bolivianischen Kultur, von der wir Europäer vielleicht einiges lernen können.

Einheimische wollen ihre Gesundheit und Wohlbefinden nicht gefährden

„NatureNews.com“ geht davon aus, dass in Bolivien die Bevölkerung aus mindestens 60% traditionellen Indigos besteht, welche sich beinahe geschlossen gegen die neuen, schnellen Lebensmittel stellten und diesen jegliches Vertrauen entzogen. Obwohl das Marketingkonzept von McDonalds darauf ausgelegt war , ihre Produkte auch den oftmals armen Indigos zugänglich zu machen, konnten sie wohl kaum einen der kulturversierten Einheimischen überzeugen. Denn obwohl Bolivien zu den ärmsten Ländern Südamerikas zählt hat es eine tiefverankerte und weitreichende, kulinarische Kultur, welche auf frischen, selbstzubereiteten, gesunden und verträglichen Nahrungsmitteln und Speisen beruht.

Die Bolivianer sind sich durchaus der Wirkung von Nahrung auf ihren Körper bewusst und haben im Vergleich zu vielen anderen Kulturen eine erstaunlich bewusste und ausgewogene Ernährung aus dutzenden, regionalen Obst, Gemüse und Getreidesorten in verschiedensten Variationen.

Der Tenor der Einheimischen in Bezug auf die angebotene Nahrung von McDonalds war so eindeutig wie einleuchtend. Sie wollen nicht ihre Gesundheit, ihren Tempel „Körper“, mit so rascher und in rauen Mengen zubereiteter Nahrung, welche durch Technologie verändert und beeinflusst wurde, gefährden. Die Indigos haben schnell gemerkt, was sie da kaufen und essen sollen, und blieben ohne zu Zögern bei ihren traditionellen, gesunden Lebensmitteln und Gerichten. Eigentlich logisch oder? Aber warum steckt nicht in jedem von uns ein bisschen Bolivianer?

Ernährung, Fast-Food und Esskultur in westlichen Breitengraden

In westlichen Nationen ist das Ernährungsverhalten äußerst kritisch zu betrachten. Im Vordergrund für eine Mahlzeit steht nicht mehr das Ritual des Kochens, die Geselligkeit und Kommunikation beim Essen und nicht mehr die Herkunft und Beschaffenheit der Nahrungsmittel, sondern die Zeit, welche verloren gehen könnte, der schnelle, heruntergeschlungene Geschmack und die Standardisierung und Vereinheitlichung von Nahrung, man will ja schließlich genau den Burger wie letzte Woche essen, den man kennt und damit nichts falsch machen kann.

Dann sollte man sich vor Augen halten, dass beispielsweise der „McRib“ aus über 70 unterschiedlichen Stoffen und synthetischen Beisätzen besteht. Das Fleisch hat nichts mit echten Schweinerippchen zu tun sondern ist vielmehr eine in Form gepresste Masse aus Kutteln, Herz und anderen Innerrein und der Cheeseburger so mit Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern vollgepumpt ist, dass dieser auch nach 15 Jahren nicht zu schimmeln oder zu verderben beginnt. Was wiederrum die Frage aufwirft warum ein Fast-Food- Franchise, die derartige Produkte vertreibt zur umsatzstärksten Restaurantkette auf dem ganzen Planeten werden konnte.

Warum haben wir nicht alle wie die Bolivianer reagiert und dieses schnelllebige, ungesunde Konzept einfach von Grund auf abgelehnt und uns auf das besonnen, was Nahrung für uns sein sollte: Eine Möglichkeit unsere Gesundheit zu unterstützen und zu fördern, uns Kraft für die Zeit zu geben, welche wir durch Fast-Food versuchen einzusparen. Ein Jeder sollte sich dem bewusst werden, und wieder anfangen bewusst über das nachzudenken was er isst. Der Körper wird es uns danken.

Zurück