Acht-Stunden-Schlaf muss kein Standard sein

Die „University of Sydney“ hat in neusten Studien herausgefunden, dass der als ideal geltende Acht-Stunden-Schlaf längst kein Standard ist. Der natürliche Schlaf unterliegt alle paar Tage einer natürlichen Fluktuation. Laut den Wissenschaftlern steht diese Schwankung in keinem Zusammenhang mit dem Lebensstil, der Dauer des Einschlafens und Aufwachens oder anderen sozialen Faktoren.

Dauer schwankt auf natürliche Weise und hängt vom Individuum ab

Man hat herausgefunden, dass der Schlafrhythmus viel stärker von einem persönlichen Zyklus betroffen ist, als zuvor angenommen. Besteht beispielsweise ein Mangel an Schlaf so wird dem Körper signalisiert, die verlorenen Stunden nachzuholen. Je länger dann der Schlaf dauert, umso größer wird die darauffolgende Wachphase. Durch diese ständige Abwechslung von kürzeren und längeren Schlafphasen legt der Körper sozusagen seinen eigenen Rhythmus und Ruhebedarf fest.

Bedarf unterscheidet sich von Person zu Person

Erstmalig konnte während der Untersuchungen beobachtet werden, dass sich die Schlafdauer der Probanden sinusförmig verhält. Die Forscher gehen davon aus, dass der menschliche Körper bestimmte Mechanismen besitzt, die den Bedarf an Schlaf autonom regeln und beruhigen. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse besteht bei Nichterreichen des altbekannten Acht-Stunden-Schlafs kein Grund zur Beunruhigung.

Laut Wolfgang Schreiber, Lungenfacharzt und Schlafexperte des LKH Hörgas-Enzenbach, ist der als 8 Stunden angesehene Standard nur ein Durchschnittswert, da der tatsächliche Bedarf an Schlaf von Mensch zu Mensch verschieden ist. Unterschreitet man eine regelmäßige Schlafdauer von 5 bis 6 Stunden, so spricht man von Hyposomnie. Tägliche 12 Stunden können aber ebenso schädlich für den menschlichen Körper sein. In diesem Fall kann es zur sogenannten Hypersomnie kommen.

Großer Schlafdefizit hat Folgen

Besteht ein Schlafdefizit über längeren Zeitraum, so kann dies zu kardiorespiratorische Problemen führen. Laut Wolfgang Schreiber kann dieser Mangel Bluthochdruck verursachen, der sich dann häufig auch fixiert und auch nach längeren Ruhephasen nicht mehr sinkt. Desweiteren erläutert der Fachmann, dass es nicht möglich ist Schlaf nachzuholen, beispielsweise nach einem durchzechten Wochenende.

Ebenso verhält es sich mit dem Vorschlafen. Es hat keinen Sinn einen Tag komplett zu verschlafen, um dann für die nächsten Tage gewappnet zu sein. Anders zu bewerten sind hierbei die natürlichen phasenweisen Schwankungen des Schlafs, welche laut dem Experten völlig unbedenklich sind, solang die Durchschnittsdauer etwa 6 bis 8 Stunden beträgt. Allerdings warnt er eindringlich vor langfristigem Schlagmangel, da dieser nachgewiesenermaßen zu Konzentrations- und Gedächtnisschwächen führen kann.

Als Fazit bleibt jedoch zu sagen, dass es wie in allen Belangen des Lebens auf die individuelle Situation eines Menschen ankommt. Beispielsweise sind für den einen sechs Stunden Schlaf pro Nacht ausreichend, Andere hingegen zeigen bei dieser Dauer jedoch schon die genannten Symptome.

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