Bewegungslosigkeit macht krank!

Egal ob auf dem Weg zur Arbeit, bei der Arbeit selbst oder auch Zuhause: Fakt ist, der durchschnittliche Deutsche bewegt sich viel zu wenig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse zum Thema Bewegung. Laut der Studie verbringt jeder Bundesbürger im Schnitt sieben Stunden in einer Sitzposition – 25 Prozent sogar über neun Stunden. Mediziner gehen davon aus, dass man täglich höchstens sechs Stunden sitzend verbringen sollte. Die restliche Zeit sollte dann möglichst aktiv gestaltet werden, denn nur so hält man seinen Organismus gesund.

Wie und wo die Bewegung geschieht ist dabei völlig egal. Die Studienergebnisse lassen sich natürlich nicht auf aktive Berufe wie zum Beispiel im Baugewerbe anwenden. Wer seine Zeit jedoch täglich im Büro verbringt sollte darauf achten, in seiner Freizeit ausreichend Sport zu treiben. Die Studie belegt, dass es rund einem Drittel der Unaktiven gesundheitlicher schlechter geht als gleichaltrigen Personen, die sich ausreichend bewegen.

Besonders bedenklich ist laut Jens Baas, dem Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse, die stetige Abkopplung der Bevölkerung von der Bewegung. Auch wenn die Studie sich nur oberflächlich mit den individuellen Krankheitsgeschichten der einzelnen Personen befasst, so wurde doch relativ schnell klar wo der Schuh drückt. Personen deren Alltag hauptsächlich durch Inaktivität gekennzeichnet ist, leiden viel häufiger an Übergewicht sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Zu wenig Bewegung am Arbeitsplatz

Zwar meldet sich bei vielen Personen das schlechte Gewissen, denn mehr als 50 Prozent sind mit ihrem Bewegungspensum nicht zufrieden. Dabei stellt sich natürlich die Frage warum dann keine Taten folgen. Beispielsweise geben über die Hälfte der Befragten an, dass der Weg bis zur Arbeit zu weit ist, um zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Weitere Begründungen waren fehlende Motivation, körperliche Einschränkungen sowie Zeitmangel. Die Problematik scheint sich auch in den folgenden Jahren nicht zu verbessern – ganz im Gegenteil. Innerhalb von fünf Jahren stieg die Zahl der „Sitzarbeiter“ von 33 auf 44 Prozent.

Das Bedürfnis nach Bewegung scheint allerdings nach wie vor groß. Etwa zwei Drittel der Beschäftigten würde einen aktiveren Alltag bevorzugen, wobei dies nur die wenigsten umsetzen. Ein Großteil der Angestellten sieht dabei den Arbeitgeber in der Pflicht. Beispielsweise seien Gesundheitskurse, Betriebssport sowie Duschen und Umkleidekabinen ein großes Anliegen, um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Auch ein ergonomischer Arbeitsplatz liegt im Interesse vieler Beschäftigter, wobei dieser Wunsch nur bei etwas mehr als 10 Prozent erfüllt wird.

Laut Forsa-Chef Manfred Güllner, welcher für die Durchführung der Studie verantwortlich war, kommen die meisten Personen nicht einmal auf eine einzige Stunde Bewegung am Tag. Deshalb rät er Personen, die nicht allzu weit von ihrem Arbeitsplatz entfernt wohnen, zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu benutzen. Auch wenn es um schnelle Erledigungen geht, sollten öfters mal die Beine zum Einsatz kommen.

Faulheit siegt meist

Zuhause angekommen sind die guten Vorsätze Vieler schon längst vergessen. Ein Großteil widmet sich in der Freizeit lieber TV, Laptop und Co. Im Schnitt kommt der Durchschnittsbürger so auf ganze 3,2 Stunden pro Tag. Der Großteil schaut Sport lieber im Fernsehen als ihn aktiv auszuüben. Nur 46 Prozent der deutschen treiben überhaupt Sport, wobei Frauen aktiver sind als Männer. Laut Baas gibt die Studie Grund zur Sorge, denn Bewegung ist ein wichtiger Faktor für die Aufrechterhaltung der Gesundheit. Deshalb sollte man dort ansetzen, wo man die Menschen erreichen kann: In Betrieben, Schulen, Kindergärten und Kommunen.

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