Ihr Körper spricht mit Ihnen – hören Sie hin

Der menschliche Organismus ist perfekt vernetzt und hochintelligent. Daher ist unser Körper in der Lage, bei gesundheitlichen Problemen frühzeitig Warnsignale zu senden. Wer Veränderungen an Haut, Haaren oder Nägeln richtig zu deuten weiß, kann Krankheiten oder Mangelerscheinungen rechtzeitig entgegensteuern oder bei Bedarf zeitnah einen Arzttermin vereinbaren.

Veränderungen des Teints

Kurzzeitiges körperliches Unwohlsein geht häufig mit starker Blässe einher. Sind die Kreislaufprobleme, eine Unterzuckerung oder der Infekt überwunden, kehrt auch die normale Gesichtsfarbe zurück. Ein dauerhaft fahler Teint kann dagegen auf eine Blutarmut aufgrund von Eisenmangel oder einer Unterversorgung mit Folsäure oder Vitamin B12 hindeuten.

Andere Ursachen für eine auffällige Blässe sind ein niedriger Blutdruck, eine Unterfunktion der Schilddrüse oder bei starken Rauchern ein ausgeprägter Sauerstoffmangel. In seltenen Fällen steckt hinter einer blassen Haut und blassen Schleimhäuten eine unbemerkte Blutung im Körper, beispielsweise aufgrund eines Magengeschwürs.

Zeigt der Blick in den Spiegel, dass sowohl die Haut als auch die Augen gelblich verfärbt sind, ist die Bilirubin-Konzentration im Körper erhöht. Ein Anstieg dieses Abbauprodukts der roten Blutkörperchen kann unter anderem von einer Leber- oder Gallenerkrankung herrühren oder Zeichen einer Vergiftung sein.

Haarprobleme – erblich oder Warnsignal?

Werden die Haare brüchig oder stumpf oder fallen sie sogar aus, kann dies erblich bedingt sein. Oftmals steckt auch starker Stress hinter den Haarproblemen oder die hormonelle Umstellung nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Können diese Ursachen ausgeschlossen werden, liegt dem Haarausfall eventuell eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Stoffwechselerkrankung oder ein Nährstoffmangel zugrunde: Insbesondere benötigt gesundes Haar ausreichend Zink, Eisen, Biotin und Kupfer.

Ob Nebenwirkung von Medikamenten oder Vergiftungsreaktion – sind die Ursachen für den Haarausfall erkannt, lässt sich das Problem durch eine entsprechende Reaktion oft rasch in den Griff bekommen.

Die Fingernägel unter die Lupe nehmen

Veränderungen der Fingernägel stellen für viele Menschen in erster Linie ein optisches Problem dar, sollten aber auch in gesundheitlicher Hinsicht ernstgenommen werden. Dabei geben kleine weiße Flecken keinen Grund zur Beunruhigung: Diese sind harmlos und entstehen, wenn beim Wachstum Luft unter dem Nagel eingeschlossen wird.

Ist der komplette Nagel verfärbt, sollten Sie im ersten Schritt als Ursache einen Kontakt mit Chemikalien, Putzmitteln oder Nagellack in Erwägung ziehen. Trifft dies nicht zu, kann ein Vitaminmangel vorliegen oder Sie leiden unter den Nebenwirkungen eines Medikaments. Eine gelbliche Verfärbung kann auf Leber- oder Lungenprobleme, ein Lymphödem oder einen Pilzbefall zurückzuführen sein.

Sogenannte „Milchglasnägel” entstehen in Folge einer Leberzirrhose oder bei entzündlichen Darmerkrankungen. Auch die Größe des Nagelmondes kann sich abhängig vom Allgemeinzustand des Körpers verändern. Eine extreme Nervenschwäche kann den Nagelmond verkleinern, Herzrhythmusstörungen vergrößern ihn oftmals.

Neben der Farbe der Fingernägel transportiert deren Form viele wichtige Informationen. Dabei kann es sich bei feinen Längsrillen lediglich um eine Alterserscheinung oder den Hinweis auf eine dauerhaft zu geringe Flüssigkeitszufuhr handeln. Verlaufen die Rillen als sogenannten „Beau-Linien” quer, zeugen sie von einem überstandenen schweren Infekt.

Häufig auch „Uhrglasnägel” genannt, entstehen nach oben gewölbte Fingernägel durch eine Anämie oder Lungen- und Leberprobleme.Dagegen werden „Löffelnägel” durch Probleme im Magen-Darm-Trakt hervorgerufen. Nicht zuletzt gibt der Zustand der Fingernägel sehr gut Aufschluss über die Versorgung des Körpers mit Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein Kalzium- oder Magnesiummangel äußerst sich beispielsweise durch brüchige Fingernägel.

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