Jeden Tag leiden in Deutschland mehr als 350.000 Menschen unter einem Migräneanfall – darunter etwas mehr Frauen als Männer. Als Ursache für das „Gewitter im Kopf“ vermuten Forscher eine übermäßige Aktivität der Nervenzellen im Gehirn. Diese pusht die Ausschüttung von Botenstoffen, was eine Entzündung der Blutgefäße zur Folge hat. Betroffene klagen dann über pulsierende Kopfschmerzen, die meist mit Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Übelkeit einhergehen.

Die vier Phasen einer Migräne-Attacke

Dass sich ein Anfall ankündigt, bemerken Migränepatienten oft schon Stunden oder Tage zuvor. Sie fühlen sich gereizt und müde und können sich nur schwer konzentrieren. Zudem nimmt die Licht- und Lärmempfindlichkeit zu. Kurz vor der Attacke treten häufig visuelle Wahrnehmungsstörungen und ein Kribbelgefühl auf. Auch Lähmungen und Schwindel sind mögliche Symptome.

In der eigentlichen Kopfschmerzphase können viele Betroffene Licht und Geräusche kaum ertragen. Jede Bewegung schmerzt und selbst sonst als angenehm empfundene Gerüche können Brechreiz auslösen. In dieser Akutphase, die ein bis drei Tage dauern kann, ziehen sich die Patienten am besten in einen abgedunkelten Raum zurück, um sich hinzulegen und zu schlafen. In starken Fällen können geeignete Medikamente für Linderung sorgen. Wenn die Schmerzen allmählich abklingen, fühlen sich die Betroffenen müde und erschöpft. Bis zur völligen Regeneration vergehen bis zu 24 Stunden.

10 Tipps zur Vorbeugung einer Migräne-Attacke

1. Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus und behalten Sie diesen auch an den Wochenenden und im Urlaub bei. Vermeiden Sie unbedingt Schlafmangel.

2. Entdecken Sie Ihre persönlichen Auslöser. Dafür führen Sie am besten für einige Zeit ein Migräne-Tagebuch, in dem Sie Vorkommnisse in Ihrem Alltag und Ihre Ernährung im Zusammenhang mit Migräne-Attacken dokumentieren. So kommen Sie den Triggern auf die Schliche und können diese zukünftig meiden. Zu den häufigen Auslösern zählen Alkoholkonsum und Reizüberflutung. Vielen Betroffenen gelingt es, durch eine Umstellung Ihrer Ernährungsweise die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Bewährt hat sich eine kohlenhydratarme Ernährung, die reich an B-Vitaminen, Magnesium, Coenzym 10 und Omega-3-Fettsäuren ist.

3. Treiben Sie regelmäßig moderaten Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren.

4. Entschleunigen und strukturieren Sie Ihren Alltag. Durch eine vorausschauende Planung lassen sich Hektik und Stress nachhaltig verringern.

5. Lernen Sie, „Nein” zu sagen. So schützen Sie sich vor ungeplanten Zusatzbelastungen.

6. Verabschieden Sie sich vom Perfektionismus. Dadurch nehmen Sie enormen Druck von sich. Richten Sie den Blick nicht immer nur auf Unerledigtes, sondern führen Sie sich stattdessen vor Augen, was Ihnen gut gelungen ist.

7. Erlernen Sie Entspannungsübungen, die zu Ihnen und Ihrem Alltag passen. Melden Sie sich zu einem Yoga-Kurs an, machen Sie autogenes Training oder probieren Sie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson aus.

8. Meiden Sie zu hohen Kaffeekonsum und den damit immer wieder einhergehenden Koffeinentzug. Gleichzeitig ist Kaffee ein häufig erfolgreiches Hausmittel bei moderaten Migräne-Attacken: Oft verschafft eine starke Tasse Kaffee mit dem Saft einer halben Zitrone Linderung.

9. Spüren Sie bereits erste Anzeichen für eine Migräne-Attacke, sollten Sie schwere oder körperlich anstrengende Arbeiten besser auf einen anderen Zeitpunkt verschieben.

10. Möchten Sie in Ihrem Urlaub von Migräne verschont bleiben, gönnen Sie sich für eine entspannte Abreise am besten zuvor einige erholsame Tage zu Hause. Zudem sollten Sie bei der Wahl Ihres Urlaubsziels darauf achten, keinen extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt zu sein.

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