Risiken durch Gentechnik

Viele Eltern wollen ihren Sprösslingen nur das Beste zu Essen geben und wählen deshalb oft Bio-Baby-Nahrung. Ausgerechnet in der vermeintlich gesunden Nahrung haben Prüfer nun genetisch verändertes Gemüse entdeckt. Prinzipiell ist dieser Fund kurzfristig nicht gesundheitsschädlich, jedoch warnen Wissenschaftler vor den eventuellen Langzeitfolgen, die noch kaum erforscht worden sind. Abgesehen von der Gesundheit, könnte auch das Vertrauen in die Lebensmittelhersteller geschädigt werden, besonders wenn man Bio erwartet und stattdessen Gentechnik erhält.

In vielerlei Hinsicht lässt der deutsche Verbraucher der Lebensmittelindustrie vieles durchgehen, aber wenn es um Gentechnik geht wird er hellhörig. Nun scheinen sich diese, für viele „zwielichtige“ Nahrungsmittel, sogar in die Bio-Produkte für Babys einzuschleichen.

Konsumenten meiden „Gen-Food“

Allerdings warnen Wissenschaftler, unter anderem der Münchener Gentechnik-Kritiker Christoph Then davor die Vorfälle über zu bewerten. Größtenteils regelt der Verbraucher selbst, wie stark sich genveränderte Lebensmittel am Markt durchsetzten. Die ablehnende Art der Europäer hat dazu geführt, dass derartige Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen. In vielen Fällen bieten Lebensmittelmärkte keine Gen-Produktean, da sie aufgrund der Kennzeichnung gar nicht erst gekauft werden würden.

Bereits in den 1990ern scheiterte die in den USA groß-vermarktete Anti-Matsch Tomate an der Akzeptanz der Kunden, sodass sie in Europa gar nicht erst angeboten wurde. Jedoch schleicht sich die Gentechnik trotzdem in unseren Lebensmittelkreislauf. Von den in Europa 47 zugelassenen Gen-Gemüsearten, befindet sich hauptsächlich Soja, Reis und Raps. Diese Erzeugnisse werden wiederum fast ausschließlich in der Tierhaltung eingesetzt, wodurch sie auch in den menschlichen Organismus gelangen.

Über die gesundheitlichen Folgen von genveränderten Lebensmitteln ist bisher noch kaum etwas bekannt. Da es keine Studien an Menschen gibt, kann man mögliche Konsequenzen nur von der Nutztierfütterung ableiten. Als besonders realistisch sieht Christoph Then eine gesteigerte Allergieneigung, sowie ein größeres Risiko für chronische Entzündungen.

Wechselwirkungen durch fremde DNA

Gentechnik-Experten sind sich einig, dass die veränderten Pflanzen neben Resistenzen gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten auch weitere Stoffe entwickeln, die für den Menschen schädlich sein können. Laut Christoph Then bestehe eine erhöhte Gefahr chronische Entzündungen zu entwickeln, was jüngst in Futterversuchen an Ratten, Schweinen und Fischen gezeigt werden konnte. Vor allem das neue Gen-Soja der US-amerikanischen Firma Monsanto schätzt der Wissenschaftler als besonders risikoreich ein, da es sowohl sechs Insektengifte, als auch zwei Herbizide enthält. Trotz dieser Bedenken wurde dieses neue Futtermittel von der europäischen Zulassungsbehörde ohne weitere Futterversuche für den Import freigegeben.

Wer sich nun fragt, ob die hierzulande erwerbliche Babynahrung auch gefährdet ist, kann aufatmen. Laut dem Experten Then geht von dem verwendeten Gemüse nur wenig Gefahr aus, da es sich lediglich um sogenannte CMS-Hybriden handelt, was bedeutet, dass kein fremdes, isoliertes Fremderbgut in die Pflanze eingesetzt wird. Trotz der vielen Vorteile sollte man sich als Verbraucher stets über die Produkte informieren, die man konsumiert. Wer sicher gehen will, dass seine Lebensmittel unverändert sind, sollte auf das Logo „ohne Gentechnik“ achten.

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