Teebaumöl – die kleinste Apotheke der Welt

Die vielfältigen medizinischen Eigenschaften des Teebaumöls sind den australischen Aborigines bereits seit Jahrtausenden bekannt. Nach Europa kam das Naturheilmittel im 18. Jahrhundert mit dem Entdecker James Cook: Dessen Schiffsarzt hatte beobachtet, wie die Ureinwohner Australiens mit einem Sud aus Teebaum-Blättern erfolgreich Wunden und Hauterkrankungen behandelten. Bis das Teebaumöl sich in den europäischen Hausapotheken etablierte, dauerte es allerdings noch eine lange Zeit: Erst 1925 gelang es, das ätherische Öl aus den Teebaumblättern zu destillieren und seine diversen Wirkungsweisen wissenschaftlich zu belegen.

Teebaumöl – das steckt drin

Insgesamt lassen sich in Teebaumöl über 100 natürliche Substanzen nachweisen. Seine starken antibakteriellen, antiviralen und fungiziden Eigenschaften verdankt das Öl in erster Linie seinem hohen Gehalt an Terpinen-4-ol, einem sekundären Pflanzenstoff. Dafür, dass dieser und diverse weitere Terpine ihr Potential voll entfalten können, sorgen die ebenfalls im ätherischen Öl enthaltenen Pinen: Diese farblosen Flüssigkeiten verbessern die Durchblutung an den behandelten Partien und öffnen die Hautporen.

So können die Wirkstoffe leichter zum erkrankten Gewebe vordringen. Dank Cineol greifen viele Menschen auch bei grippalen Infekten zu Teebaumöl: Diese hochwirksame Substanz bekämpft Krankheitserreger und wirkt schleimlösend.

Anwendungsbereiche von Teebaumöl

Die hohe Konzentration der Wirkstoffe kann bei Menschen mit empfindlicher Haut Reizungen und sogar Kontaktallergien auslösen. Es empfiehlt sich deshalb, Teebaumöl anfangs nur verdünnt und kleinflächig anzuwenden. Liegt keine Unverträglichkeit vor, kann das Öl bei entzündlichen Hautproblemen wie Akne oder Pickel angewendet werden. Dafür wird das Öl mehrmals täglich mit einem Wattestäbchen pur auf die betroffenen Stellen aufgetragen.

Seine pilzabtötende Wirkung zeigt das Teebaumöl beispielsweise bei Fuß- und Nagelpilz. Bei Halsschmerzen schwören viele Menschen auf das Gurgeln mit Teebaumöl, bei Zahnfleischentzündungen auf Mundspülungen. Zur Entfernung von Zahnstein und für die Karies-Prophylaxe gibt man vor dem Zähneputzen einen Tropfen Öl auf die Zahnpasta.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Bei juckender, schuppiger oder irritierter Kopfhaut vermischen Sie für die Haarwäsche Ihr Shampoo mit fünf bis sieben Tropfen Teebaumöl. Leiden Sie unter unreiner Haut, geben Sie zehn Tropfen ins Badewasser oder reinigen Ihr Gesicht mit einem feuchten Wattepad, auf das Sie zuvor einige Tropfen Öl geträufelt haben. Achten Sie dabei unbedingt darauf, die Augenpartie auszusparen.

Für ein feineres Hautbild lässt sich im Nu eine Gesichtsmaske zubereiten: Aus drei Esslöffeln Heilerde, zwei Esslöffeln Wasser und fünf Tropfen Teebaumöl entsteht eine zähe Paste. Diese sollte nach dem Auftragen auf Stirn, Nasenrücken und Kinn 20 Minuten antrocknen, bevor Sie sie anschließend mit warmem Wasser entfernen.

Als Erste-Hilfe-Mittel kann Teebaumöl nach Insektenstichen und bei Schnittwunden zum Einsatz kommen: In diesem Fall tragen Sie ein bis zwei Tropfen auf die Einstichstelle auf. Viele Menschen nutzen Teebaumöl auch für die Fußpflege: Bei müden oder wunden Füßen oder bei starkem Fußschweiß reiben sie die Zehenzwischenräume mit Teebaumöl ein oder nehmen wohltuende Fußbäder.

Beim Kauf auf Qualität achten

Hochwertiges Teebaumöl hat seinen Preis: Schließlich werden für die Herstellung von zehn Litern die Blätter von 1.500 Teebäumen benötigt. Reines Öl trägt stets die Bezeichnung „Melaleuca aetheroleum“ und enthält keine weiteren Zusätze. Wer zu Bio-Teebaumöl greift, stellt sicher, dass darin keine Pestizide oder andere Schadstoffe enthalten sind. Grundsätzlich sollte qualitativ einwandfreies Teebaumöl einen Mindestgehalt an Terpinen-4-ol von 40 Prozent aufweisen. Der hochwirksame Cineol-Anteil sollte unter fünf Prozent liegen.

Zurück