Genauso angenehm wie gefährlich: Obwohl die Anzahl aller UV-bedingten Erkrankungen laut statistischen Erhebungen zunimmt, sehnt sich Ihr Körper nach Sonne. Wie viel davon ist gesund? Volkskrankheiten.net bringt Licht ins Dunkle.

Sonniges Gemüt: Wieso Ihr Körper Licht braucht

Sonne macht glücklich. Wie zahlreiche Studien belegen, ist der Lichtmangel während den Wintermonaten maßgeblich an der berühmten Winterdepression beteiligt. Erwiesenermaßen regt UV-B-Strahlung im Sonnenlicht Ihrer Oberhautzellen zur Vitamin-B3-Herstellung an. Solche D-Vitamine sind maßgeblich an der Serotoninbildung in Ihrem Gehirn beteiligt.

Bei mangelnder Lichteinwirkung bilden Sie in der kalten Jahreszeit weniger D-Vitamine und dadurch geringere Serotoninmengen. Bei Serotonin handelt es sich um eines Ihrer wichtigsten Glückshormone. Entsprechende Mangelerscheinungen haben depressive Verstimmungen zur Folge. Obwohl Sie Sonne deshalb zwingend brauchen, birgt jedes Sonnenbad Gefahren. Schuld ist die UV-Strahlung: die unsichtbare Elektromagnetik im Sonnenlicht.

Je kurzwelliger der UV-Anteil der Sonne, desto schädlicher die Wirkung. Neben dem Sonnenstand und der Jahreszeit beeinflusst Ihre geografische Lage die UV-Belastung. Beim Sonnenbaden an sommerlichen Mittagen setzen Sie sich im Gebirge beispielsweise den höchsten Belastungen aus. Weil Wasser das Sonnenlicht reflektiert, herrscht auch an Gewässern höherer UV-Gefahr.

UV-Belastung: Wenn die Sonne zu heiß wird

Laut Experten trägt der Klimawandel mittlerweile dazu bei, dass elektromagnetische Sonnenstrahlung stetig zunimmt. Neben Niedrigozonphasen haben die veränderten Klimabedingungen laut Forschern einen Wandel im Hinblick auf Freizeitaktivitäten zur Folge. Je wärmer es wird, desto eher verlagern Sie Ihren Lebensmittelpunkt nach draußen. Dadurch steigt Ihre UV-Gesamtbelastung an.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt UV-Schutzmaßnahmen deshalb nicht nur beim Sonnenbaden, sondern bei allen Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel. Überprüfen Sie vor allen Aufenthalten im Freien die Tagesempfehlungen des Amts, um sich über den geeigneten Schutz in Ihrer Region zu informieren. Ihr Hauttyp bestimmt Ihre UV-Sensibilität. Die Haut-, Haar- und Augenfarbe aller Menschen ergibt sich aus dem genetischen Mischverhältnis dunkler und heller Pigmentzellen.

Je mehr dunkle Zellen Sie haben, desto mehr Eumelanin besitzen Sie. Dieses Pigment verwandelt einen Großteil der UV-Strahlung zu Wärme und ist dadurch ein natürlicher UV-Schutz. Bei helleren Typen dominiert das sensiblere Phäomelanin. Je heller Sie sind, desto wichtiger ist Sonnenschutz deshalb schon bei geringer UV-Belastung.

Ab zum Sonnenbad, aber ohne Sonnenbrand

Der hellste der insgesamt sechs Hauttypen greift idealerweise auf Sonnencremes mit einem Lichtschutzfaktor über 25 zurück. Der dunkle Gegenpol braucht hiervon nur ein Viertel. Wichtig ist für beide, dass das Sonnenschutzmittel sowohl vor UV-A- als auch UV-B-Strahlen schützt. Kaufen Sie unabhängig vom Hauttypen lieber physikalische als chemische Cremes. Letztere können Allergien auslösen und in Ihrem Körper wie Hormone wirken.

Hautärzte empfehlen außerdem, die Stunden direkt vor und nach dem Sonnenhöchststand in geschlossenen Räumen zu verbringen. Von ungeschützten Sonnenbädern über zehn Minuten raten Experten unabhängig vom Sonnenstand ab. Lassen sich längere Sonnenaufenthalte nicht vermeiden, tragen Sie neben einem Sonnenhut geschlossene Kleidung und geben auf anfällige Hautstellen wie den dünnhäutigen Brustbereich Sonnencreme.

Ein einstündiger Außenaufenthalt am Tag versorgt über das Jahr verteilt zur Genüge mit Vitamin D. Bräunung ist bereits ein Anzeichen für potenziell schädliche Sonneneinwirkung. Pigmentzellen (Melanozyten) in Ihrer Basalzellenschicht produzieren hierbei das Pigment Melanin, um die unteren Hautschichten vor Sonnenschäden zu schützen.

Damit Sonnenlicht nicht ins Auge geht

Die Augen reagieren Experten zufolge 20 Mal so empfindlich auf UV-Strahlung wie der restliche Körper. Neben Erblindung drohen bei entsprechender Belastung Gesundheitsgefahren wie Schwarzer Hautkrebs auf der Binde- und Hornhaut. Deshalb riskieren Sie gerade im Sommer ohne Sonnenbrille lieber keine Sonnenblicke. Wichtig ist nicht die Farbe der Brille, sondern die Filterleistung.

Klasse 0 und 1 eignen sich höchstens für den Büroalltag. An bedeckten Tagen mit mittlerer UV-Belastung schützen die dunklen Gläser schon bei Filterleistungen der Klasse 2. Im Sommer tragen Sie in Mitteleuropa lieber Sonnenbrillen der Klasse 3, die UV-Strahlen zu über 80 Prozent absorbieren.

Sobald Sie Brillen höherer Filterleistung tragen, dürfen Sie nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen. Vorsicht ist vor modischen Brillenmodellen ohne geeignete Schutzklasse geboten. Hinter dunklen Gläsern weiten sich Ihre Pupillen. Bei unzureichendem Filterfaktor sind Ihren Augen dadurch noch anfälliger für UV-Schädigungen.

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