Wetterfühligkeit – wenn der Wechsel zwischen Regen und Sonne krankmacht

Wenn auf kühle Regentage Sonne pur oder auf die ersten Frühlingstage erneut nasskaltes Wetter folgt, fühlen sich viele Menschen unwohl oder sogar krank: Etwa die Hälfte der Deutschen bezeichnet sich selbst als wetterfühlig, ein Fünftel leidet sogar stark unter den Auswirkungen des Wetterwechsels auf das vegetative Nervensystem.

Wetterfühligkeit – welche Symptome gibt es?

Wetterfühligkeit – im medizinischen Fachjargon „Biotropie” genannt – macht sich häufig durch eine Kombination verschiedener diffuser Symptome bemerkbar. Oft fühlen sich Betroffene benommen, matt und müde oder berichten von gereizter Stimmung oder depressiven Verstimmungen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Kopfschmerzen, Migräne und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Alte Narben machen sich unangenehm bemerkbar und gerade ältere Menschen klagen über schmerzende Knochen und Gelenke. Zusätzlich treten oft Schlafstörungen auf. Besonders problematisch ist Wetterfühligkeit für viele Asthmatiker und Rheumatiker, wenn sich deren chronische Beschwerden durch den Wechsel der Wetterlage verschlimmern.

Eine typische „Zivilisationskrankheit"

Noch immer sind die Ursachen für Wetterfühligkeit nicht im Detail erforscht. Grundsätzlich scheint aber ein Lebensstil, der sich vorwiegend in Innenräumen abspielt, Biotropie zu begünstigen. Ist der Körper im Umgang mit den verschiedenen Wetterlagen nur unzureichend trainiert, fällt es ihm schwer, sich auf die unterschiedlichen Bedingungen einzulassen. Zudem ist der Aufenthalt innerhalb der vier Wände – sei es zu Hause, im Büro oder bei der Freizeitgestaltung – oft mit einem Mangel an natürlichem Tageslicht verbunden: Dadurch gerät der natürlich Bio-Rhythmus aus dem Gleichgewicht. Weitere Risikofaktoren sind Schichtarbeit, Langstreckenflüge mit Zeitverschiebung oder auch der Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit.

Verantwortlich für die Anpassung des Körpers an Druckschwankungen sind die Barorezeptoren in den Gefäßwänden der Hauptschlagader. Arbeiten diese aufgrund der oben genannten Gründe nur eingeschränkt oder sind irritiert, kommt es zu Fehlinterpretationen der Signale und falschen Reaktionen des Körpers: Ist das vegetative Nervensystem verwirrt, fühlen Sie sich unwohl.

Was tun gegen Wetterfühligkeit?

Wie bei vielen „Zivilisationskrankheiten” können Sie auch Wetterfühligkeit mit einem gesunden und achtsamen Lebensstil entgegenwirken. Mit diesen Tipps lassen sich die Symptome oft deutlich lindern:

  • Machen Sie Ihren Körper fit für jedes Wetter. Egal, ob die Sonne scheint, der Nebel über den Feldern hängt, der Wind weht, es regnet oder schneit – gönnen Sie sich Bewegung an der frischen Luft. Besonders empfehlenswert sind lange Spaziergänge oder Ausdauertraining wie Joggen, Walken oder Radfahren.
  • Bringen Sie die Thermoregulation Ihres Körpers auf Trab: Empfehlenswert sind Kleidung, in der sie weder frieren noch schwitzen, sowie Abhärtungsmaßnahmen wie Kneipp-Anwendungen, regelmäßiges Saunieren und Wechselduschen
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Tagesablauf mit festen Weck- und Essenszeiten sowie ausreichend Schlaf. Mindestens sieben Stunden täglich sollten es sein.
  • Stärken Sie Ihren Körper mit gesunder Ernährung und verzichten Sie auf Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Nikotin.
  • Vermeiden oder reduzieren Sie Stress. Nur ein ausgeglichener Körper kann auf Anforderungen von außen rasch und zielgerichtet reagieren. Für mehr Balance im Leben sorgen beispielsweise Yoga, Sport oder Autogenes Training.
  • Nutzen Sie die Informationen des Deutschen Wetterdienstes zum Biowetter: So können Sie beispielsweise anstrengende Tätigkeiten an Tagen mit problematischer Witterungslage vermeiden.
  • Greifen Sie als Erste-Hilfe-Maßnahme zu bewährten Hausmitteln: Bei Kopfschmerzen haben sich eine Stirnmassage mit Pfefferminzöl, heißes Ingwerwasser sowie Kaffee mit Zitrone bewährt. Andere wetterfühlige Menschen schwören darauf, etwas Salziges wie Salzhering oder ein Brot mit Olivenöl und Meersalz zu essen.

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