Wie gefährlich ist Nasenbluten wirklich?

Jeder bekommt irgendwann einmal in seinem Leben Nasenbluten. Vor allem Sportunfälle oder Erkältungskrankheiten, bei denen die Nasenschleimhaut verletzt wird, sind in den meisten Fällen für Nasenbluten, oder fachsprachlich Epistaxis, verantwortlich. Durch die Verletzungen wird das in der Nasenscheidewand liegende Kiesselbach-Geflecht beschädigt - ein kleines Geflecht aus vielen Blutgefäßen, welches starken Beanspruchungen ausgesetzt ist. Durch häufiges, heftiges Naseputzen oder Niesen können die Gefäße verletzt werden und Blutungen entstehen. Manche Kinder leiden häufig an Nasenbluten. Auch Erwachsene haben blutige Nasen. Aber ist dies ein Grund zur Sorge?

Ursachen für Nasenbluten bei Kindern

Nasenbluten kündigt sich nicht an und schmerzt auch nicht. Es ist ein Phänomen, das vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten ist. Die Ursachen sind vielfältig und meistens auch harmlos. Allerdings kann hinter einer blutenden Nase auch mehr stecken: Blutgerinnungsstörungen, Frakturen der Schädelbasis – aber auch Medikamente, Bluthochdruck, Leberschäden, Gefäßkrankheiten oder Vitaminmangelkrankheiten können es auslösen.

„Bei häufigem und stärkerem Nasenbluten oder bei erstmaligem Auftreten, ist es ratsam, beim HNO-Arzt vorbeizuschauen“, rät der Facharzt für HNO-Heilkunde Tobias Strenger, Oberarzt am Münchner Klinikum rechts der Isar. Das ist auch empfehlenswert, da es sich in seltenen Fällen bei Jungen um ein juveniles Nasen-Rachen-Fibrom handeln kann. Diese gutartige Geschwulst ist hormonell bedingt und kann durch eine Operation entfernt werden.

Spröde und brüchige Blutgefäße

Bei Erwachsenen begünstigen Bluthochdruck, Leberschäden oder Erkrankungen des Gefäßsystems das Nasenbluten. Besonders ausgeprägt ist das Bluten aus der Nase, wenn man unter Vitaminmangelerkrankungen oder Gerinnungsstörungen leidet. Auch in der Schwangerschaft haben Frauen oft Nasenbluten, was dann mit dem veränderten Hormonhaushalt zusammen hängt. Gefährlicher kann Nasenbluten im Alter sein. Die Blutgefäße werden spröde und brüchig. Dadurch können schon bei leichtem Schnupfen oder trockener Luft Risse in den Gefäßwänden entstehen. Je nachdem, wie groß diese Risse sind, kann es zu einem leichten Nasenbluten bis hin zu gefährlichen Blutungen kommen.

Eben weil das Bluten aus der Nase individuell unterschiedlich verlaufen kann, ist es wichtig zu beobachten, wie viel Blut der Betroffenen wirklich verliert. „Wenn ein Tropfen sehr schnell in den nächsten übergeht und das Blut wie bei einem Wasserhahn fließt, sollte man nach ärztlicher Hilfe suchen", rät Werner Hosemann, Direktor der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Greifswald.

Kopf nach vorne, nicht nach hinten neigen

Bleibt es bei einer leicht blutenden Nase, genügt es, sich selbst zu versorgen. Sie sollten dabei jedoch einiges beachten: Zunächst ist es wichtig, eine aufrechte Sitzposition einzunehmen und den Kopf nach vorne zu beugen, gerade wenn das Nasenbluten länger andauert. So behält der Betroffene die Blutung nicht nur im Blick, das Blut kann außerdem abtropfen, was ihn vor Übelkeit und Erbrechen bewahrt – denn die im Blut enthaltenen Proteine reizen den Magen. „Eingeatmetes Blut kann außerdem eine Lungenentzündung und akute Atemnot verursachen", erläutert Strenger die Folgen falschen Verhaltens bei Nasenbluten.

Des Weiteren ist es sehr hilfreich, ein kühles, feuchtes Tuch oder einen eingewickelten Eisbeutel in den Nacken zu legen. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße etwas zusammen. Auch die Nasenflügel sollte man für ungefähr zehn Minuten zusammendrücken.

Wenn auch das nicht reicht und das Nasenbluten immer wieder kehrt, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Blutung durch verschiedene Verfahren stoppen. „Nasenbluten ist immer gut behandelbar, es sei denn, es steckt ein bösartiger Tumor dahinter. Dann ist das Nasenbluten zwar zunächst auch beherrschbar, aber im Anschluss muss natürlich die Ursache, das Karzinom, behandelt werden", so Strenger. Jeder, der unter regelmäßigem und heftigem Nasenbluten leidet, sollte sich deshalb untersuchen lassen.

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