Erhöhte Ozonwerte im Sommer – wie Sie richtig reagieren

Ozon – was ist das und wo kommt es her?

Sonnige und heiße Tage, wie sie das Jahr 2017 schon reichlich im Angebot hatte, lassen die Laune und den Serotoninspiegel steigen. Am Badesee, in der Eisdiele und dank vieler Open-Air-Veranstaltungen kommt auch zu Hause mühelos Urlaubsstimmung auf. Leider lassen längere sommerliche Hochdruckgebiete aber auch die Ozonwerte ansteigen. Ozon kommt in der Stratosphäre in etwa zehn Kilometern Höhe vor, bildet sich bei starker UV-Strahlung aber auch in Bodennähe aus Sauerstoff und Luftschadstoffen aus Auto- und industriellen Abgasen. Normalerweise liegen die Ozonwerte bei etwa 110 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Ozonalarm aufgrund von Sommersmog rufen die Behörden ab Werten von 240 Mikrogramm pro Luftkubikmeter aus.

Da sich Ozon in Bodennähe nur bei starker Sonneneinstrahlung bildet und sich über Nacht wieder teilweise abbaut, weisen die frühen Morgenstunden stets die geringste Belastung auf. Am höchsten ist die Konzentration am Nachmittag zwischen 14 und 17 Uhr. Interessanterweise werden dabei die Spitzenwerte nicht in den Zentren der Großstädte, sondern überwiegend an den Stadträndern sowie im Umland gemessen: Schuld an diesem Phänomen hat der Wind, der die Luftschadstoffe verbreitet.

Wie Ozon die Gesundheit beeinträchtigt

Ozon gelangt über die Atemwege in den Körper: Beim Einatmen findet es den Weg bis in die feinsten Verästelungen der Lunge. Dort kann es das Gewebe schädigen und entzündliche Prozesse verursachen, welche die Bronchien verengen. Insbesondere Asthmatiker, Allergiker und Menschen mit chronischer Bronchitis bekommen daher bei hohen Ozonwerten nur schlecht Luft. Ebenso sensibel reagieren Babys und Kleinkinder sowie kranke und alte Personen auf eine übermäßige Ozonbelastung. Bei den üblichen Symptomen handelt es sich um Hustenreiz, Atembeschwerden oder ein lästiges Kratzen im Hals.

Bei Extremwerten reagiert nicht mehr nur die Lunge, sondern der gesamte Körper: Wer dann unnötige Belastungen wie Sport in der Mittagshitze oder anstrengende Arbeiten im Freien nicht vermeidet, riskiert Kopfschmerzen und Übelkeit. Manche Menschen klagen auch über ein Schwächegefühl und tränende Augen. Als langfristige Folgen einer starken Ozonbelastung vermuten Forscher ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

So kommen Sie gut durch heiße Sommertage

Wer auch in den heißen Phasen des Sommers nicht auf intensive Bewegung an der frischen Luft verzichten möchte, sollte seine Trainingseinheiten am besten in den frühen Morgenstunden absolvieren: Dann befindet sich die Ozonkonzentration in der Luft auf ihrem täglichen Tiefpunkt. Dass Sportler wie Läufer, Tennisspieler oder Radfahrer die Ozonbelastung besonders zu spüren bekommen, liegt daran, dass sie unter Belastung besonders tief und häufig einatmen: Dabei nehmen Sie zehnmal so viel Ozon auf wie in Ruhe. Alternativ könnten Sie an heißen Tagen Ihr Workout in eine klimatisierte Sporthalle oder in ein Fitnessstudio verlegen.

In den eigenen vier Wänden reduzieren Sie die Ozonwerte, indem Sie vor allem in den frühen Morgenstunden lüften und in den Nachmittagsstunden die Fenster geschlossen halten. Mit einer ausgewogenen Ernährung sorgen Sie dafür, dass Ihr Körper mit der Ozonbelastung besser umgehen kann: Achten Sie auf eine großzügige Zufuhr von Antioxidantien wie Vitamin C und E, die im Körper als Radikalenfänger tätig werden. Zu den besonders wertvollen Lebensmitteln zählen – natürlich nicht nur im Sommer – frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte. Zusätzlich stärken Sie Kreislauf und Stoffwechsel, indem Sie ausreichend trinken.

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