Manchmal fällt es schwer, den Sommer mit all seinen Annehmlichkeiten unbeschwert zu genießen: Nachts rauben lästige Mücken den Schlaf und beim nachmittäglichen Kaffee und Kuchen oder der abendlichen Grillparty sind Wespen mit von der Partie. Zwar sind Insektenstiche in unseren Breiten in der Regel harmlos, jedoch können sie sehr schmerzhaft sein. Das Gift lässt die Einstichstelle anschwellen und plagt den Betroffenen mit starkem Juckreiz. Extreme Vorsicht ist bei Allergikern sowie nach Stichen im Mund- und Rachenraum geboten.

Nach dem Stich schnell reagieren

Je schneller der Betroffene nach einem Stich mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnt, desto eher klingen die Beschwerden ab. Untersuchen Sie zuerst die Einstichstelle: Steckt der Stachel nach einem Bienenstich noch in der Haut, so müssen Sie ihn umgehend entfernen. Verwenden Sie dafür am besten eine Pinzette und achten Sie darauf, nicht die Giftblase zu berühren. So verhindern Sie, dass weiteres Gift in den Körper gerät.

Das Insektengift, das sich bereits unter der Haut befindet, können Sie nach Bienen-, Wespen- oder Hornissenstichen entweder vorsichtig mit dem Mund heraussaugen oder behutsam mit den Fingern herausdrücken. Danach waschen Sie die Einstichstelle mit kaltem Wasser und Seife ab, bevor Sie die Einstichstelle für mindestens 30 Minuten mit Eiswürfeln oder einem Coolpack kühlen.

Achtung Lebensgefahr!

Nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten Allergiker einen Bienen- oder Wespenstich. Bei ihnen kann das Gift rasch lebensbedrohliche Folgen entwickeln: Daher suchen Menschen, bei denen bereits eine Allergie diagnostiziert worden ist, nach einem Stich am besten sofort einen Arzt auf oder rufen über die deutschlandweit einheitliche Notrufnummer 112 einen Notarzt.

Bei Allergikern kann Insektengift innerhalb kürzester Zeit zu Atemnot, Schweißausbrüchen und im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufschock führen. Als Begleitperson eines Betroffenen sollten Sie versuchen, diesen bis zum Eintreffen des Arztes zu beruhigen. Sollte er bewusstlos sein, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Überprüfen Sie dabei seine Atmung. Setzt diese aus, müssen Sie umgehend mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Ebenfalls sofort den Notarzt rufen sollten Sie bei Insektenstichen im Mund- und Rachenraum. Dann besteht aufgrund einer eventuellen Schwellung die Gefahr einer akuten Atemnot. Bis zum Eintreffen des Arztes sorgen Sie dafür, dass der Betroffene Eiswürfel oder Speiseeis lutscht. Alternativ greifen Sie zu gekühlten Getränken.

Bewährte Hausmittel bei Insektenstichen

Wer sich die Sommerlaune durch einen Insektenstich nicht verderben lassen möchte, kann zu verschiedenen Hausmittel greifen, um die Schwellung sowie die Schmerzen rasch zu lindern. Gegen Juckreiz hilft es, ein Glas Milch oder Wasser mit einer aufgelösten Kalziumtablette zu trinken. Alternativ verrühren Sie Heilerde mit etwas Wasser zu einem zähen Brei: Streichen Sie diesen auf die betroffene Stelle und umwickeln Sie sie mit einem festen Leinenverband: Indem die Heilerde das Insektengift bindet, lässt sie die Schwellung zurückgehen.

Für ihre kühlenden und entzündungshemmenden Eigenschaften sind Teebaumöl, zerriebene Spitzwegerichblätter und Apfelessig bekannt. Ebenso können Sie den Stich mit einer halben Zwiebel bedecken oder eine Quarkkompresse verwenden.

Möchten Sie Insektenstichen vorbeugen, sollten Sie Speisen und Getränke im Freien abdecken und nicht aus schlecht kontrollierbaren Flaschen oder Dosen trinken. Verzichten Sie auf blumige Parfums und versuchen Sie auf keinen Fall, die ungebetenen Gäste durch hektische Handbewegungen zu verscheuchen.

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