Keine ausgewogene Ernährung für Kinder

Neuste Untersuchungen haben offengelegt, dass ein Großteil der Kindertagesstätten keine ausgewogene Ernährung für Kinder anbietet. Laut den Untersuchungen der Bertelsmann Stiftung gibt es in mehr als 60 Prozent der Einrichtungen zu viel Fleisch und zu wenig Obst sowie Gemüse. Auch die allgemeine Qualität der Lebensmittel wurde bemängelt. Als Hauptgrund für diese Versäumnisse werden vor allem die begrenzten finanziellen Mittel genannt.

Um sich dem Ausmaß des Problems bewusst zu werden, reicht ein Blick auf die Statistiken. Alleine in Deutschland befinden sich momentan mehr als 1,8 Millionen Kinder in ganztägiger Betreuung – Tendenz steigend. Diese Zahl nahm die Bertelsmann Stiftung zum Anlass, um eine bundesweite Studie zum Thema ausgewogene Ernährung für Kinder durchzuführen. Dabei befragten Experten mehr als 1.000 Kindertagesstätten im gesamten Bundesgebiet zu dieser Thematik. Die gewonnen Daten wurden mit Hilfe eines wissenschaftlich begründeten Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ausgewertet.

Ausgewogene Ernährung für Kinder wichtig

Die Studienergebnisse sind erschreckend: Nur etwa ein Drittel der Einrichtungen bietet Essen an, welches den Qualitätsstandards der DGE entspricht. In den meisten Fällen werden diese Mängel mit den knappen finanziellen Mittel begründet - viele Tagesstätten bekommen schlicht und ergreifend nicht ausreichend Zuschüsse vom Staat. Den Kitas fehlt es nicht nur an passenden Räumlichkeiten wie einer gut ausgestatteten Küche oder einem Speiseraum, auch geschultes Hauswirtschaftspersonal ist in den meisten Einrichtungen nicht vorhanden.

In den vielen Fällen erfolgt die Verpflegung über Drittanbieter, welche nur selten auf kindsgerechte Ernährung spezialisiert sind. Dementsprechend enttäuschend sind auch die Testergebnisse ausgefallen. Nur etwa jede fünfte Kindertagesstätte bietet ausreichend Obst und Gemüse an. Auch Fisch ist oftmals zu selten auf dem Teller – nur ein Drittel der Einrichtungen erfüllt die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Scheinbar wird dieser Mangel mit Fleischprodukten aufgewogen, denn 75 Prozent der Kitas überschreiten die Richtwerte um ein Vielfaches.

Keine Besserung in Sicht

Auch wenn die Studienergebnisse Grund zur Sorge geben, ist eine schnelle Verbesserung der Situation nicht in Sicht. Dies liegt hauptsächlich an den nicht vorhanden, bundesweiten Standards was die Finanzierung von Kindertagesstätten angeht. Selbst innerhalb der einzelnen Bundesländer gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Dies zeigt sich besonders an den Beiträgen, die für die Verpflegung der Kinder verlangt werden – diese liegen zwischen 75 Cent und sechs Euro.

Die Studie ermittelte dabei einen Mittelwert von 2,40 Euro pro Mahlzeit, was für eine ausreichende Qualität einfach nicht genug ist. Laut den Angaben der DGE kostet ausgewogene Ernährung für Kinder nicht viel. Schon vier Euro pro Mittagessen würden genügen, um alle Auflagen zu erfüllen. Vor allem die Politik steht nun in der Verantwortung, denn nur wenn unsere Kinder ausgewogenes Essen bekommen, bleiben sie auch in Zukunft gesund und munter.

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