Nachtschicht kann Brustkrebsrisiko erhöhen

Neuste Studien vom Windsor Krebszentrum in Kanada haben ergeben, dass Frauenzimmer in bestimmten Berufen mit ungewöhnlicher Arbeitszeit oder Nachtarbeit, häufiger an Brustkrebs erkranken als andere. Dabei geht von einer Beschäftigung in der Metallindustrie das größte Erkrankungsrisiko aus.

Studie untersucht Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und Brustkrebsrisiko

Um aussagekräftige Belege zu liefern, wurden mehr als 1000 Fälle von Brustkrebs untersucht und dabei in Zusammenhang mit dem beruflichen Werdegang gebracht. Es stellte sich heraus, dass es Branchen gibt, die das Brustkrebsrisiko deutlich erhöhen. Folgende Berufsfelder wurden dabei als besonders gefährdend eingestuft: Landwirtschaft, Kunststofffertigung, Metallverarbeitung, Auto- und Konservenindustrie.

Risikofaktoren kaum zu bestimmen

Bereits im September 2012 hat ein dänisches Forscherteam eine Studie veröffentlicht, die gezeigt hat, dass Frauen die Nachts arbeiten müssen, einem etwa 40 Prozent größerem Risiko ausgesetzt sind an Brustkrebs zu erkranken, als Frauen die einer Beschäftigung mit normaler Arbeitszeit nachgehen. Desweiteren stellte sich heraus, dass Frauen die mehr als vier Jahre vor ihrer ersten Schwangerschaft Nachtschicht gearbeitet haben, etwa doppelt so häufig an Brustkrebs erkranken als andere Frauen. Trotz dieser scheinbar offensichtlichen Ursache ist es weiterhin schwierig eine genaue Ursache für das steigende Brustkrebsrisiko zu benennen.

Im Gegensatz zu Lungenkrebs, der hauptsächlich durch das Rauchen ausgelöst wird, kann nach heutigem Stand noch nicht geklärt werden, warum sich beispielsweise arbeiten in einer Nachtschicht auf die Entstehung von Brustkrebs auswirkt, erklärt Sylvia Rabstein, Epidemiologin am Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Inst. der Ruhr-Universität Bochum. Lange waren sich Mediziner über die Ursachen von Brustkrebs unklar, bis man herausgefunden hat, dass Brustkrebs wie viele andere Krankheiten vererblich sein kann. Zudem stellen auch Hormontherapien ein nicht zu unterschätzendes Risiko, was Brustkrebs betrifft, dar.

Keine Ursache-Wirkungs-Beziehung feststellbar

Momentan ist es noch nicht möglich Ursache- Wirkungs- Beziehungen aufzustellen, lediglich Assoziationen können beobachtet werden. Sylvia Rabstein erläutert, dass noch viele weitere Studien nötig sind, besonders wenn es sich um berufliche Exposition handelt. Da bei Brustkrebs die beeinflussenden Risikofaktoren, im Gegensatz zu anderen Krebsarten, nur wenig erforscht sind, ist es nicht möglich Experimente zu machen, sondern nur Beobachtungen, die die Anzahl der Erkrankungen erläutern. Einige wenige Risikofaktoren sind allerdings schon bekannt: Frauen die sich mehr als drei Jahre einer Hormontherapie unterziehen, sollten die Behandlung in der Menopause unterbrechen.

Außerdem ist bekannt, dass das Brustkrebsrisiko vom Zeitpunkt der ersten Menstruation abhängt. Je länger es dauert bis die erste Menstruationsblutung einsetzt, desto größer ist das Risiko später an Brustkrebs zu erkranken. Desweiteren steigert eine Erstgeburt in höherem Alter das Risiko. Auch die Anzahl der Kinder spielt eine Rolle bei der Risikobewertung. Je mehr Kinder eine Frau hat, desto geringer ist das Risiko Brustkrebs zu erleiden. Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich bei den genannten Risiken nur um kleine Faktoren im Gesamtzusammenhang handelt. Die Hauptrisikofaktoren von Brustkrebs sind weiterhin nicht bekannt.

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