Faszien – wie wichtig sie tatsächlich sind!

Faszien bilden das Bindegewebe, das den Körper – überspitzt formuliert – vor dem Auseinanderfallen schützt. Die netzartigen Strukturen sind stabil und flexibel zugleich. Sie bestehen aus Kollagen, Wasser und Klebstoffen und sorgen dafür, dass alle Organe auch bei heftigen Bewegungen an ihrem Platz bleiben. Außerdem umschließen die Faszien Muskeln, Knochen, Blutgefäße und Nervenstränge – jedoch nicht als starres Korsett: Ihre Geschmeidigkeit und Elastizität ermöglicht lebenswichtige Vorgänge wie das Atmen und die Verdauung sowie Schwangerschaften.

Faszien – lange unterschätztes Multitalent

Faszien verleihen dem Körper nicht nur Stabilität und Beweglichkeit, sondern erfüllen viele weitere Aufgaben. In Form von Sehnen übertragen sie die in den Muskeln entwickelte Kraft auf Gelenke und Knochen. Als Sinnesorgan, das zahllose Nervenenden enthält, unterstützen sie die Körperwahrnehmung und Koordination. Zusätzlich stellen sie einen wichtigen Wasserspeicher dar: In den Faszien befindet sich etwa ein Viertel des gesamten Körperwassers. Zwischen den bündelartigen Fasziensträngen wird die Lymphe bewegt. Diese Gewebsflüssigkeit ist wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Sie versorgt die Zellen mit Nährstoffen und „entsorgt” Abfallprodukte. Um in Schwung zu bleiben, ist sie auf die Bewegung der Faszien angewiesen.

Verklebte Faszien – Ursache vieler Schmerzen

Bestimmte Faktoren führen dazu, dass die elastischen Faszien verkleben oder verfilzen. Diese Verhärtungen können unter anderem Rückenschmerzen, Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich oder Gelenkprobleme nach sich ziehen. Manchmal sind verklebte Faszien auch die Ursache für undefinierbare Schmerzen. Faszien büßen ihre Geschmeidigkeit ein, wenn der Muskeltonus in einem Bereich dauerhaft zu hoch ist. Solche Verspannungen entstehen durch Stress und durch körperliche Über- oder Fehlbelastung und verdrängen die Lymphe aus den Faszien-Zwischenräumen. Dadurch reiben die Muskelgruppen direkt aneinander.

Zudem ist die Versorgung der Zellen im betroffenen Bereich stark eingeschränkt: Sie erhalten nicht mehr ausreichend viele Nährstoffe und Giftstoffe reichern sich an, was das Risiko von Entzündungen deutlich erhöht. Auch falsche Ernährung kann eine Rolle spielen. Ein Zuviel an Kaffee und ungesundem Fast-Food verändert den pH-Wert in der als Schmiermittel fungierenden Lymphflüssigkeit und lässt die darin enthaltenen Myofibroblasten versteifen. Den Faszien fehlt der Bewegungsspielraum und sie verhärten. Dadurch bilden sich bei ungünstigen Bewegungen umso leichter Risse im Bindewebe, die sich ebenfalls durch Schmerzen bemerkbar machen.

Mit gesunden Faszien rundum wohlfühlen

Die Faszien regelmäßig zu trainieren, lohnt sich. Sportler steigern damit ihre Leistungsfähigkeit und schützen sich effektiv vor Verletzungen wie Muskelzerrungen und Bänderrissen. Zudem verkürzt sich die Regenerationszeit. Wer viel am Computer oder Schreibtisch arbeitet, kann mit Faszientraining Rückenschmerzen vorbeugen oder sie bekämpfen.

Wertvolle Tipps für elastische Faszien:

  • Stress vermeiden und Entspannungsphasen in den Alltag integrieren: Dazu gehört auch, auf ausreichend Schlaf zu achten.
  • Ausgewogene Ernährung: Damit der pH-Wert der Lymphe im optimalen Bereich bleibt, sollte man sich überwiegend basisch ernähren und häufig zu Vollkornprodukten, Obst und Gemüse greifen.
  • Bewegung in den Alltag integrieren: Statt mit dem Lift lässt sich das Büro in der zweiten Etage auch gut über die Treppe erreichen. Abends steht zweimal wöchentlich eine Jogging-Runde auf dem Programm und in der Mittagspause darf es gerne ein kleiner Spaziergang sein.
  • Dehnübungen: Dabei hat sich ein Mix aus gehaltenen und dynamischen Stretching-Übungen bewährt. Insbesondere Yoga, Pilates und Tai Chi sind empfehlenswert.
  • Federnde Bewegungen: Beim Hüpfen und Schwingen trainieren die Faszien ihre Geschmeidigkeit
  • Selbstmassage mit der Faszienrolle: Indem der Körper an den schmerzenden Stellen auf einer harten Schaumstoffrolle hin- und herbewegt wird, revitalisiert sich das verklebte Gewebe.

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