Richtig ernähren bei Rheuma, damit der Schmerz gegessen ist

Entzündliches Rheuma betrifft 1,5 Millionen Deutsche. Laut aktueller Forschung beruht die Autoimmunerkrankung auf Erbanlagen und wird von schädlichen Außeneinflüssen befördert. Einer davon ist Arachidonsäure, die in Lebensmitteln vorkommt. Jetzt erfahren, wie Sie sich bei Rheuma richtig ernähren, damit Schmerzen in Zukunft gegessen sind.

Veganer Weg: Wieso tierische Fette Rheuma anheizen

Forscher sind sich mittlerweile einig, dass leckeres Steak und schmackhafte Wurst bei übermäßigem Konsum das Risiko für Leiden wie Diabetes und Krebs erhöhen. Verantwortlich dafür ist laut aktueller Forschung der in tierischen Produkten enthaltenen Entzündungsmediator Arachidonsäure.

Aus dieser Omega-6-Fettsäure entstehen durch enzymatische Prozesse Signalmoleküle, die Entzündungen befördern. Letztere sind als Triggerfaktor erwiesenermaßen an nahezu allen Erkrankungen beteiligt. Neben Schweineschmalz enthalten Eigelb, Hühnerfleisch, fettreiche Milchprodukte und Thunfisch außergewöhnlich hohe Konzentrationen an Arachidonsäure.

Unter den pflanzlichen Nahrungsmitteln beschränkt sich der Entzündungsmediator fast ausschließlich auf Schwarzkümmel, wodurch Veganer verschwindend geringe Mengen davon zu sich nehmen. Obwohl die positiven Auswirkungen des veganen Lebensstils im Kontext der meisten Krankheiten bislang nicht gesichert sind, raten Experten bei entzündlichen Leiden wie Multiple Sklerose und Rheuma zum eingeschränkten Konsum tierischer Lebensmittel.

Bei entzündlichem Rheuma linderte Ernährungsumstellung die Schmerzen im Rahmen zahlreicher Studien insoweit, dass die Betroffenen die Einnahme sämtlicher Medikamente reduzieren konnten.

Goldene Mitte: Wie sich Rheumatiker durch Fasten entlasten

Obwohl Ernährungsexperten Patienten mit Rheuma einhellig eine Reduktion ans Herz legen, bleibt der gänzliche Verzicht auf tierische Erzeugnisse zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen umstritten. Obwohl Meeresfrüchte und Fisch Arachidonsäure enthalten, stecken darin erwiesenermaßen anti-entzündliche Omega-3-Fettsäuren.

Ähnlich steht es um Milchprodukte, die trotz der enthaltenen Arachidonsäure eine wichtige Quelle für den Knochenbaustein Kalzium darstellen. Viele Forscher empfehlen Rheumatikern deshalb einen Mittelweg, der statt rein veganer Ernährung regelmäßige Fastenkuren, wenig Fleischware und fettarme Milchprodukte vorsieht.

Durch Fasten entsäuern Patienten den eigenen Körper, wodurch das Wohlbefinden steigt und Entzündungen an Boden verlieren. Aktuelle Studien konnten Fastentage außerdem mit abschwellenden Effekten und höherer Gelenkbeweglichkeit in Zusammenhang bringen.

Als positiven Nebeneffekt reduzieren die Studienteilnehmer bestehendes Übergewicht, das Laboruntersuchungen zufolge Entzündungsmarker im Körper erhöht. Weil Fasten für Ihren Körper eine Extremsituation darstellt, konsultieren Sie vorab immer einen Arzt und stimmen das Vorgehen idealerweise gezielt auf Ihre Symptomatik ab.

Gesundheit zum Abendessen: Welche Ernährung bei Rheuma hilft

Außerhalb der Fastenkuren stellen Sie Ihre Ernährung zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen zugunsten pflanzlicher Kost um. Mageres Fleisch und Wurst stehen in geringen Mengen höchstens zweimal pro Woche auf dem neuen Speiseplan. Dasselbe gilt für mageren Fisch wie Hering oder Makrele. Neben fünf Obst- oder Gemüsesnacks am Tag, Hülsenfrüchten, Pflanzenölen und Nüssen prägen vegetarische Hauptmahlzeiten wie Gemüsepfanne oder Vollkornreisgerichte Ihre neuen Ernährungsgewohnheiten.

Ein halber Liter fettarme Milch oder dieselbe Menge an fettreduziertem Quark, Käse und Joghurt runden den idealen Speiseplan für Rheumatiker ab. Obwohl die richtige Ernährung Ihre Therapie ergänzt, ist die Nahrungsumstellung kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Mehr als 400 unterschiedliche Erkrankungen fallen unter den Oberbegriff Rheuma, wodurch sich der Ernährungsplan von Fall zu Fall unterscheidet.

Rundherum gesund: Wie der richtige Lebensstil bei Rheuma aussieht

Ernährungsumstellungen und Fastenkuren bleiben zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen erfolglos, solange Sie einen ungesunden Gesamtlebensstil pflegen. Raucher profitieren bei der Therapie beispielsweise weniger von Medikamenten als Nichtraucher.

Genauso schädlich wie Zigaretten erweist sich für Patienten mit entzündlichen Erkrankungen Alkohol. Dasselbe gilt für Stress, der in Ihrem Körper in Folge hormoneller Ungleichgewichte erwiesenermaßen entzündliche Vorgänge fördert. Moderate Bewegung verringert Stressbelastungen und hält Ihre Gelenke mobil.

Gehen Sie täglich eine halbe Stunde lang spazieren und ergänzen Sie dieses Pensum gelegentlich um Krafttraining, das Sie idealerweise auf Ihren Krankheitszustand abstimmen. Je gesünder Ihr Gesamtlebensstil, desto eher tragen die genannten Ernährungsumstellungen bei Rheuma dazu bei, dass Schmerzen in Zukunft gegessen sind.

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