Geistige Fitness steigern: Diese Tipps halten im Alltag auf Trab

Verheerender Verlust: Ab dem 20. Lebensjahr reduziert sich Ihr Gehirn in Folge natürlicher Alterungsprozesse täglich um bis zu 100.000 Zellen. Dass Ihr Geist trotz natürlicher Hirnalterung fit bleiben kann, beweist die berühmte Nonnenstudie der Minnesota Universität. Mittlerweile weiß die Wissenschaft, wie und liefert hilfreiche Tipps, die Ihre geistige Fitness fördern.

Hirnherausforderung: Darauf kommt es beim Gehirnjogging an

Vor der Jahrtausendwende blickt US-Forscher Snowdon ins Gehirn verstorbener Nonnen, die er zu Lebzeiten regelmäßig auf Demenzerscheinungen getestet hat. Schwester Bernadettes Gehirn gewinnt daraufhin weltweit an Bekanntheit. Obwohl die bis zum Lebensende aktive Nonne vor ihrem Tod keinerlei Demenzanzeichen zeigte, weist ihr Gehirn die mit schwerwiegendsten Alterungserscheinungen auf. Daraus schließt Snowdon, dass der Geist an seinen Aufgaben wächst. Seit der Nonnenstudie geht die Wissenschaft davon aus, dass das Gehirn ähnlich trainierbar ist wie der Bizeps. Deshalb empfehlen Experten täglich mindestens 15 Minuten zielgerichtetes Hirntraining.

Ein Geist so stark wie Herkules: Hirntraining per HAIRGKULES-Prinzip

HAIRGKULES heißt das ideale Trainingsprinzip für geistige Fitness. Bei dem Wort handelt es sich um ein Akronym aus allen Eigenschaften, die gutes Hirntraining ausmachen. Im Idealfall gestalten Sie kognitive Trainingseinheiten demzufolge

  • 1. h-eraufordernd: Trainieren Sie immer nahe Ihrer individuellen Leistungsgrenze, ohne Über- oder Unterforderung zu riskieren.
  • 2. a-bwechslungsreich: Routinen erledigt Ihr Gehirn im Autopiloten. Gestalten Sie Gehirnjogging lieber so abwechslungsreich wie möglich, damit Ihr Geist bei der Sache bleibt.
  • 3. i-ntegrativ: Ihr Gehirn besteht aus Nervenzellverknüpfungen (Synapsen), die bis zum Lebensende Umbauprozesse durchmachen. Damit kognitive Trainingseinheiten erfolgreich sind, bauen sie Inhalte integrativ und aneinander anknüpfend auf.
  • 4. r-ealitätsnah: Laut Experten hat Gehirnjogging die nachhaltigsten Effekte, wenn Sie Alltagsbezüge integrieren. Solche Bezüge entstehen beispielsweise durch Rechenaufgaben beim Einkaufen oder Vokabellernen mit den Enkeln.
  • 5. g-anzheitlich: Einseitige Trainingsinhalte wie Kreuzworträtsel verbessern die geistige Gesamtfitness laut Studien nicht. Sprechen Sie lieber unterschiedliche Gehirnbereiche an, indem Sie auf eine ausgewogene Kombination aus Gedächtnis-, Problemlösungs- und Konzentrationsübungen achten.
  • 6. k-ompakt: Lange Trainingseinheiten wirken ermüdend. Wenn Ihre Konzentration nachlässt, bleibt Gehirnjogging ineffizient. Auf ähnliche Weise wie sich kurzes Intervalltraining im Hinblick auf die körperliche Fitness bewährt, lohnen Kompakttrainingseinheiten deshalb für die geistige Fitness.
  • 7. u-ngezwungen: Gehirnjogging soll Spaß machen und muss sich deshalb ungezwungen anfühlen. Sobald Sie einen positiven Emotionsbezug zu den Trainingseinheiten entwickeln, wirkt diese Emotion motivierend.
  • 8. l-ern(er)orientiert: Lernen an sich fördert die geistige Fitness. Bringen Sie sich deshalb mindestens einmal pro Woche etwas Neues bei, um Ihr Gehirn zur Synapsenbildung anzuregen. Wichtig ist hierbei Lernerorientierung. Je mehr Sie etwas interessiert, desto motivierter ist Ihr Geist.
  • 9. e-rfinderisch: Kreativität ist die Basis aller Problemlösungsfähigkeiten. Beweisen Sie beim Gehirnjogging deshalb Erfindungsreichtum, indem Sie von Zeit zu Zeit kreative Geschichten entwickeln.
  • 10. s-ozial: Studien beweisen, dass soziale Strukturen die geistige Leistungsfähigkeit stärken. Schicken Sie Ihr Gehirn deshalb nicht alleine zum Joggen, sondern trainieren Sie gemeinsam mit einem Partner ähnlichen Leistungsstands.

Nervennahrung: Wer trainiert, braucht Nährstoffe

Ihr Gehirn mit Herausforderungen zu füttern, reicht zum Erhalt der geistigen Fitness nicht aus. Ihre kognitive Leistungsfähigkeit hängt neben der Hirndurchblutung von der Sauer- und Nährstoffzufuhr ab. Stellen Sie deshalb über Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten optimale Bedingungen für erfolgreiches Gehirnjogging her. Durch Radfahren oder anderen Ausdauersport an der frischen Luft kurbeln Sie die Gehirndurchblutung an, womit Sie die Hirnsynapsenbildung unterstützen.

Sogar Kieferbewegungen beim Kaugummikauen wirken sich in dieser Hinsicht positiv aus. Den Aufbau wichtiger Nervenbotenstoffe unterstützen Sie dagegen durch ausgewogene Ernährung, die Ihren Körper mit Nähr- und Mikronährstoffe für die Nervenbotenstoffe Acetylochin, Noradrenalin und Serotonin versorgt. Nüsse, Fisch und langkettige Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten sind ideale Kost für einen trainierenden Geist.

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