Aua, das juckt: Was hilft gegen Insektenstiche?

Zerstochene Waden, juckende Arme und Surren in den Ohren: Je nasser der Frühling, desto lauter surren Mücken und andere Insekten durch die Abendluft. Wenn sie stechen, bloß nicht kratzen! Was stattdessen gegen juckende Insektenstiche hilft, verraten aktuelle Studien.

Bienen, Bremsen, Bremer: Warum Insektenstiche jucken

Deutschland ist ein Insektenland. 50 unterschiedliche Mückenarten haben hierzulande ihre Heimat. Weibchen drängt es ab den Frühlingsmonaten zum Blutsaugen aus ihren Verstecken. Je wärmer es wird, desto mehr Bienen, Hornissen, Bremsen und Wespen gesellen sich dazu. Stiche sind für Menschen ohne Allergien harmlos.

Trotzdem sind die juckenden und geröteten Stellen eine Zerreißprobe für die Nerven. Eigentlich ist es ein gutes Zeichen, wenn sich Insektenstiche röten und zu jucken beginnen. Ihr Immunsystem beantwortet geschwollene Stiche mit einer allergischen Hautreaktion. Blutsauger wie Bremsen und Mücken geben beim Stechen Sekrete ab, die Ihre Blutgerinnung aufhalten.

Bienen, Wespen und Hornissen wollen wiederum nicht an Ihr Blut, aber verletzen durch den Stich Blutgefäße und lassen Gifte in der Wunde zurück. Ein gesundes Immunsystem erkennt deshalb um jeden Insektenstich herum körperfremde Substanzen. Immunzellen bauen diese Fremdsubstanzen ab und räumen an der Einstichstelle auf, indem sie verletztes Gewebe abtransportieren. Rötungen, Schwellungen, Erwärmungen und Juckreiz begleiten diesen Prozess.

Nicht kratzen: Wieso Insektenstiche sonst noch mehr jucken

Solange Sie nicht kratzen, nehmen Stichsymptome wie Schwellungen, Rötungen und Missempfindungen nach der erfolgreichen Aufräumarbeit Ihrer Immunzellen ab. Wer kratzt, schiebt Bakterien und Dreck in die offene Wunde. Dadurch entwickelt sich der Einstich im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung. Weil Ihr Körper beim Kratzen außerdem das Glückshormon Serotonin ausschüttet, nimmt der Juckreiz beim Kratzen nach einer kurzen Glücksperiode zu.

Serotonin bindet an die Nervenzellen, die das Jucken hervorrufen und verstärkt dadurch die Empfindung. Zu diesem Schluss gelangten Wissenschaftler der Washington University, die daraufhin die reizverarbeitenden Nervenzellen lokalisierten. Durch Manipulationen dieser Zellen könnte Patienten mit Juckreiz in Zukunft geholfen werden. Weil dieser Ansatzpunkt bis heute aber Zukunftsmusik bleibt, konzentrieren Sie sich zur Linderung juckender Insektenstiche lieber auf Hausmittel.

Alles Quark: Das sind die besten Hausmittel gegen Insektenstiche

Statt an Insektenstichen zu kratzen, greifen Sie bei starkem Juckreiz idealerweise zu hautberuhigenden Substanzen. Kühler Quark enthält Proteine wie Kasein und lindert dadurch die Entzüdungsreaktion, wodurch Sie eine schmerzlindernde Wirkung erzielen. Einer ähnlichen Wirkungsweise folgt Aloe Vera. Mindestens genauso hilfreich sind Zwiebeln, die aufgrund ihres hohen Schwefelanteils antibakterielle Effekte besitzen.

Es juckt noch immer? Legen Sie in diesem Fall einen erwärmten Löffel auf den Stich, um körperfremde Eiweiße in der Einstichstelle durch Hitze zu zerstören. Dass auch Speichel ein altbewährtes Hausmittel bei Wunden wie Insektenstichen ist, wissen Sie wahrscheinlich seit der Kindheit. Einerseits liegt das an der kühlenden Wirkung, die bei der Verdunstung auf der betroffenen Hautstelle entsteht.

Darüber hinaus enthält Ihr Speichelsekret schmerzstillende Eiweiße wie Opiorphin, die in ihrer Wirkung mit Morphin vergleichbar sind. Ebenso effektiv wie die Verdunstungskälte Ihres Speichels ist die kühlende Wirkung von verdunstendem Alkohol. Antibakteriell wirksame Schnapsumschläge kühlen nach Stichen Ihre Schwellung und verhindern gleichzeitig Wundinfektionen.

Wie Salz in offenen Wunden: Diese Umschläge beruhigen zerstochenes Gewebe

Zur Beruhigung der betroffenen Hautstelle greifen Sie nach Insektenstichen am besten auf Heilpflanzen zurück. Gänseblümchensaft regt im Bereich der Einstichstelle die Muskulatur Ihrer Kapillaren an und beschleunigt dadurch Ihre Durchblutung. Je besser das Gewebe durchblutet wird, desto schneller verlassen Sekrete und Giftstoffe das gereizte Einstichgebiet. Beruhigende Wirkung entfalten auch Umschläge aus Spitzwegerichblättern, die Sie bis zu zwei Stunden lang auf der geröteten Hautstelle liegen lassen.

Greifen Sie außerdem zu Salz, um Ihre Haut nach Insektenstichen beim Wiederaufbau des natürlichen Säureschutzmantels zu unterstützen. Das weiße Gold enthält nicht nur pflegende Mineralien und Spurenelemente, sondern reinigt zugleich die Stichwunde. Dadurch heilt die Haut im betroffenen Bereich schneller ab, wodurch sich Juckreiz ein für alle Mal erledigt.

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