Baden im See: Welche Gesundheitsgefahren im Wasser warten

Heiße Mittagssonne, laue Abende und warme Nächte: Dass alle Monate ohne „r“ dank stetig steigender Temperatur zu Badestunden im See einladen, wusste schon Großmutter. Deutschlandweit verbuchen mehr als 2.000 Badeseen ab Mai zahlreiche Badegäste. Trotz weitestgehend guter Wasserqualität warten im den Gewässern Gefahren, die Sie der Gesundheit zuliebe nicht unterschätzen sollten.

Ungetrübt statt eingetrübt: Was die Wasserqualität über Seen aussagt

Deutschland ist ein Land der Seen. In mehr als 90 Prozent aller Fälle laden die hiesigen Gewässer laut dem Gesundheitsamt zum Baden in guter Wasserqualität ein. Die vorgeschriebenen Qualitätsanforderungen beziehen sich vor allem auf mikrobiologische Risiken. Zur Bestimmung der Wasserqualität messen die zuständigen Ämter die Konzentration verschiedener Darmbakterien. Neben E.coli-Bakterien spielen bei der Messung typischerweise Enterokokken eine Rolle. Als Indikatorbakterien lassen diese Mikroorganismen Aussagen über den Fäkaliengehalt der Gewässer zu.

Hohe Konzentrationen erwarten Sie vor allem in landwirtschaftlich genutzten Landstrichen, wo aus den umliegenden Feldern Gülle und gesundheitsgefährliche Keime in die Seen gelangen. Obwohl Bakterien ab bestimmten Konzentrationen als klares Anzeichen für mangelnde Wasserqualität gelten, beurteilen Forscher die Wasserbelastung mit Viren und Parasiten als noch relevantere Gesundheitsgefahr. Aus einem erfrischenden Nachmittag im lauen Nass werden bereits bei geringen Konzentrationen dieser Mikroorganismen Symptome wie Hautausschlag und Übelkeit.

Seen im Selbstcheck: Wie gutes Badewasser aussieht

Sie können noch so gute Augen haben: Trotzdem erkennen Sie Belastungen mit Mikroorganismen nicht mit dem bloßen Auge. Recherchieren Sie deshalb vor jedem Badeausflug im Internet nach der Wasserqualität lokaler Gewässer. Eine solche Recherche ersetzt im Idealfall trotzdem nicht Ihre eigenen Augen. Sobald Sie am ausgesuchten Badesee ankommen, nehmen Sie das Wasser am besten selbst unter die Lupe. Starke Wasserverfärbungen sollten Sie vor Ort misstrauisch werden lassen. Obwohl klare Seen nicht zwingend unbelastet sein müssen, weisen deutliche Verfärbungen auf hohe Belastungen mit Cyanobakterien hin.

Diese Blaualgenart ruft Krankheitssymptome wie Durchfall hervor. Obwohl nahezu alle Seen geringfügige Konzentrationen aufweisen, rät das Gesundheitsamt vom Bad in stark belasteten Gewässern ab. Solche starken Belastungen erkennen Sie, indem Sie sich bis zu den Knien ins Wasser stellen. Je klarer Sie jetzt noch die eigenen Füße erkennen, desto weniger Cyanobakterien befinden sich im See. Falls Ihre Füße im verfärbten Wasser überhaupt nicht mehr sichtbar sind, suchen Sie lieber nach einem anderen Badegewässer.

Beste Badetipps für sichere Seeaufenthalte

Obwohl der Wassertest das Infektionsrisiko beim Baden im See reduziert, verlassen Sie sich lieber nicht ausschließlich darauf. Grundsätzlich sind tiefere Gewässer mit kühler Temperatur und leichter Strömung besser zum Baden geeignet als warme Seen. Vermeiden Sie bei Ihren Badeausflügen allerdings alle Gewässer, die mit Flüssen verbunden sind. Das gilt vor allem nach starkem Regen, der die Kanalisation überfordert und Fließgewässer mit Gülle belastet. Neben Regen fordern Kolonien aus Wasservögeln zum Abbruch geplanter Badetrips auf.

Enten, Gänse und Schwäne hinterlassen Kot, wodurch die Belastung mit durchfallverursachenden Bakterien ansteigt. Abgesehen von Bakterienbelastungen deuten größere Entenkolonien wasserständige Saugwurmlarven an. Diese sogenannten Zerkarien sterben zwar in kürzester Zeit ab, aber dringen zuvor in Ihre Haut ein. Dadurch drohen an der betroffenen Hautstelle Beschwerden wie rote Quaddeln und Juckreiz. Falls Sie nach dem Baden im See entsprechende Symptome zeigen, duschen Sie so schnell wie möglich. Je kräftiger Sie anschließend Ihre Haut abtrocknen, desto eher entfernen Sie unliebsame Gäste.

Unabhängig von der Wasserqualität nehmen Sie bei Ihrem Bad im Idealfall so wenig Wasser auf wie möglich. Im Durchschnitt liegt die Wasseraufnahme pro Schwimmgang bei 40 Millilitern. Je weniger, desto sicherer sind Sie vor Infektionen mit Mikroorganismen. Falls Sie trotz diesen Tipps mit Infektionen aus dem Wasser steigen, nehmen Sie die Beschwerden ernst. Sie wenden sich in diesem Fall am besten an einen Arzt. Zusätzlich können Sie die zuständigen Behörden informieren, um andere Badegäste vor Infektionen zu bewahren.

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