Hausmittel bei lästigem Sodbrennen

Solange nicht chronisch, ist Sodbrennen keine schwerwiegende Erkrankung, für die Betroffenen aber dennoch eine Belastung. Die brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein entstehen, wenn Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Fälschlicherweise wird Sodbrennen häufig als Folge eines Überschusses an Magensäure gedeutet und mit frei verkäuflichen Arzneien aus der Apotheke behandelt.

Tatsächlich entsteht Sodbrennen, wenn der Schließmuskel des Magens seine Aufgabe nicht zuverlässig erfüllt: Eine Herabsetzung der Muskelspannung kann sowohl auf die Einnahme von Medikamenten als auch auf hormonelle Prozesse in der Schwangerschaft zurückzuführen sein.

Neben fettem Essen und Alkoholgenuss ist häufig Stress die Ursache für Sodbrennen: Dann hilft es oft schon, einen Gang zurückzuschalten. Ebenso versprechen einige einfache Hausmittel rasche Linderung.

Bei Sodbrennen richtig essen

Es gibt einige Lebensmittel, die die Produktion von Magensäure überdurchschnittlich stark ankurbeln. Dazu gehören frittierte und andere fettige Speisen, Zitrusfrüchte sowie Obst, das sehr viel Fruchtzucker enthält. Auch Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke regen den Körper zur Bildung von Magensäure an. Wer zu Sodbrennen neigt, verzichtet besser auf diese Lebens- und Genussmittel – insbesondere in den Abendstunden.

Ebenso sollten Sie scharfe Gewürze wie Chili oder Pfeffer sparsam dosieren – vor allem wenn Sie unter einer gereizten Magenschleimhaut leiden. Eine Ausnahme stellt Senf dar: Dieser zeichnet sich zwar ebenfalls durch eine gewisse Schärfe aus, regt aber durch das enthaltene Senföl Galle und Leber zur Fettverdauung an und entlastet damit den Magen.

Machen Sie sich diese Wirkungsweise zunutze, indem Sie einfach nach dem Essen einen Teelöffel Senf zu sich nehmen.

Die Magensäure binden

Einige Lebensmittel binden die Magensäure sehr zuverlässig und verhindern damit, dass sie in die Speiseröhre aufsteigt. Zu diesen stärkehaltigen Lebensmitteln zählen beispielsweise trockenes Weißbrot, Zwieback und Bananen. Auch der Saft roher Kartoffeln enthält viel Stärke: Einen Kartoffelpresssaft können Sie ganz einfach mit einem Entsafter herstellen oder Sie greifen zu Produkten aus dem Reformhaus oder Naturkostladen.

Für eine optimale Wirkung verdünnen Sie den Kartoffelpresssaft im Verhältnis 1:2 mit lauwarmem Wasser und trinken ihn in kleinen Schlucken. Dabei reichen schon 100 Milliliter am Tag aus.

Eine ähnliche Wirkung besitzt Weißkohlsaft, von dem Sie bis zu 500 Milliliter pro Tag trinken sollten. Ein bewährter Tipp für den Notfall sind rohe Haferflocken: Diese kauen Sie so lange, bis sich ein beinahe flüssiger Breit gebildet hat. Nach dem Schlucken tritt häufig sehr rasch Linderung ein.

Sodbrennen vorbeugen

Mit einem entspannten Spaziergang nach dem Essen unterstützen Sie die Verdauung und sorgen dafür, dass die Nahrung den Magen schneller passiert. Achten Sie außerdem auf bequeme Kleidung: Drückt ein zu enger Hosenbund oder ein Gürtel auf den Magen, steigt das Risiko, dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gedrückt wird.

Wer häufig in der Nacht unter Sodbrennen leidet, sollte auf eine optimale Schlafposition achten: Das Zurückfließen der Magensäure wird erschwert, wenn Sie Ihren Oberkörper etwas erhöht lagern oder sich als Seitenschläfer auf Ihre linke Körperhälfte legen. Auch sollten Sie möglichst in den letzten vier Stunden vor dem Zubettgehen auf Essen und Alkohol verzichten.

Mindert Sodbrennen regelmäßig Ihre Lebensqualität, ist ein Arztbesuch notwendig. Unbehandelt kann chronisches Sodbrennen Folgeerkrankungen wie eine Entzündung der Speiseröhre nach sich ziehen. Keinesfalls sollten Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt Säurehemmer und -blocker über einen längeren Zeitraum hinweg einnehmen: Dann kann ein Gewöhnungseffekt eintreten.

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