Schwungvoll und gesund durchs Leben – dank Kneipp-Anwendungen

Dass Wasser eine heilsame Wirkung besitzt, entdeckte Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert. Als junger Mann litt der spätere Priester an Tuberkulose, einer damals als unheilbar geltenden Krankheit. Dass Kneipp die Schwindsucht dennoch besiegen konnte, führte er selbst auf regelmäßige Tauchbäder in der eiskalten Donau zurück. Heute ist die Hydrotherapie nach Kneipp allgemein anerkannt und zählt seit 2015 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Die Wirkungsweise der Anwendungen nach Kneipp

Zu den traditionellen Kneipp-Anwendungen zählen Teilbäder und kalte Güsse, aber auch Waschungen und Wickel. Ein Kaltreiz löst dabei im Körper eine Ausgleichsreaktion aus: Die Gefäße ziehen sich zusammen und fördern damit die Durchblutung – nicht nur im betroffenen Bereich, sondern im ganzen Körper. Zudem beeinflusst der lokale Reiz die dem jeweiligen Körperbereich zugeordneten Organe. Ein Fußbad wirkt sich beispielsweise auch auf den Nasen-Rachen-Raum, die Harnwege sowie den Verdauungstrakt aus. Mit kalten Kneipp-Anwendungen verleihen Sie Kreislauf, Stoffwechsel und Nervensystem frischen Schwung und regen gleichzeitig das Immunsystem an.

Kneippen – aber richtig

Insgesamt sind mehr als 120 verschiedene Kneipp-Anwendungen bekannt. Einige davon lassen sich perfekt nach der morgendlichen Dusche in den Tagesablauf integrieren, andere stellen bei Hitze das optimale Mittel gegen schwere Beine dar. Damit der Kältereiz seine positive Wirkung voll entfalten kann und den Organismus nicht belastet, sollten Sie nur dann kneippen, wenn Sie nicht frieren. Danach gilt es, den Körper rasch wieder zu erwärmen – beispielsweise durch Bewegung. Zwischen einzelnen Anwendungen sollte ein Abstand von mindestens zwei Stunden liegen. Nicht geeignet ist das Kneippen bei offenen Wunden und für Menschen, die unter einer arteriellen Verschlusskrankheit leiden.

Bekannte Kneipp-Anwendungen

Bestandteil jeder klassischen Kneipp-Kur ist das Wassertreten, das unter anderem die Venen stärkt und Krampfadern vorbeugt. Dabei gehen Sie im Storchengang durch einen wadenhohen Bach oder Teich oder Sie treten in der Badewanne, die Sie mit kaltem Wasser gefüllt haben, auf der Stelle. Achten Sie dabei darauf, das Bein vollständig aus dem Wasser zu heben und dabei die Fußspitze nach unten zu strecken. Tritt nach einer bis zwei Minuten ein starker Kältereiz auf, sollten Sie die Anwendung beenden. Streifen Sie das Wasser von Ihren Beinen ab und wärmen Sie sich durch Herumgehen und durch das Anziehen von Wollsocken rasch wieder auf.

Ein probates Mittel gegen Müdigkeit und für die bessere Durchblutung von Herz und Lunge stellt ein Armbad dar. Dafür tauchen Sie zuerst den rechten und dann den linken Arm in ein Kneipp-Armbecken oder in ein mit kaltem Wasser gefülltes Waschbecken. Das Wasser sollte Ihnen dabei bis zu den Oberarmen reichen. Nach zehn bis 40 Sekunden wird die Kälte unangenehm. Dann beenden Sie das Bad und wärmen Ihre Arme durch kraftvolles Schwingen oder das Überstreifen eines Pullovers wieder auf.

Mit einem Gesichtsguss können Sie Kopfschmerzen vertreiben und müde Augen entspannten. Auch sorgt diese Anwendung für einen frischen Teint. Schrauben Sie dafür am besten den Brausekopf von Ihrem Duschschlauch. Zuerst umkreisen Sie – ausgehend von der rechten Schläfe – Ihr Gesicht. Dann führen Sie den Strahl von rechts nach links über die Stirn. Anschließend trocknen Sie sich gründlich ab. Richtig angewendet, kann die Kneipp-Therapie das körperliche Wohlbefinden steigern und die Stimmung verbessern. Da sich viele Anwendungen bequem zu Hause praktizieren lassen, erfordern Sie nur wenig Aufwand und sind zudem erfreulich kostengünstig.

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